physioscience 2024; 20(S 01): S13
DOI: 10.1055/s-0043-1777904
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Erfahrungen bei der Implementierung von Virtual Reality Interventionen zur Behandlung von Menschen mit chronischen Schmerzen: Ein Scoping Review

Authors

  • Alexander Elser

    1   Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst, Hildesheim, Germany
  • Marina Lange

    1   Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst, Hildesheim, Germany
  • Christian Kopkow

    1   Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst, Hildesheim, Germany
  • Axel Schäfer

    1   Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst, Hildesheim, Germany
 

Hintergrund In der ambulanten Versorgung von Menschen mit chronischen Schmerzen bestehen Versorgungslücken hinsichtlich Beratung, verhaltensorientierter Maßnahmen und kognitiver Ansätze (Hüppe et al., 2017). Digitale Anwendungen wie Virtual Reality (VR) sind eine Möglichkeit, diese Versorgungslücken zu adressieren. Die Evidenz für die Behandlung von chronischen Schmerzen mit VR wird zunehmend robuster und zeigt positive Effekte in Bezug auf die Reduktion von Schmerzen und die Verbesserung körperlicher Funktion (Goudman et al., 2022). Allerdings ist bisher wenig über die Barrieren und Förderfaktoren bekannt, die bei der Implementierung von VR-Interventionen in die Versorgung auftreten.

Fragestellung Welche Barrieren und Förderfaktoren können die Implementierung von VR-Interventionen in die Therapie von Menschen mit chronischen Schmerzen beeinflussen?

Methode Im Rahmen eines Scoping Reviews wurden quantitative, qualitative und Mixed-Methods Studien gesucht, die über Barrieren und Förderfaktoren bei der Implementierung von VR-Interventionen für Menschen mit chronischen Schmerzen berichten. Die systematische Recherche wurde im November 2022 in sechs durchgeführt. Nach dem unabhängigen Screening von Titeln und Abstrakts sowie Volltexten extrahierten, kodierten und kategorisierten dieselben Reviewer*innen (AE, ML) systematisch alle gefundenen Barrieren und Förderfaktoren. Als Grundlage für die Kategorienbildung diente das Theoretical Domains Framework (TDF) (Cane, 2012).

Ergebnisse Die Datenbankrecherche ergab nach der Entfernung von Duplikaten 1864 Treffer. Aus 14 eingeschlossenen Studien wurden 30 Barrieren und 33 Förderfaktoren aus Sicht von Patient*innen, sowie 2 Förderfaktoren aus Sicht von Therapeut*innen extrahiert. Die von den Patient*innen berichteten Barrieren wurden am häufigsten den TDF-Domänen Umweltkontext (60%) und Fertigkeiten (16,7%) zugeordnet. Die meisten Förderfaktoren fanden sich in den Bereichen Überzeugungen bezüglich Konsequenzen (30,3%) sowie Emotionen und Umweltkontext (je 18,2%), die auch von den Therapeut*innen genannt wurden.

Diskussion Das Scoping Review gibt einen Überblick über Barrieren und Förderfaktoren für die Implementierung von VR-Interventionen für Menschen mit chronischen Schmerzen. Es wird diskutiert, in welchen Settings diese auftreten und wie sie beeinflusst werden können, insbesondere die Barrieren in der Domäne Umweltkontext.



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Article published online:
21 May 2024

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