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DOI: 10.1055/s-0043-1770850
Haben Sikahirsche (Cervus nippon) eine Macke? – Nachweis des Makavirus in einem Gehegewildbestand
Authors
Einleitung Als Gehegewild gehaltene Sikahirsche (Cervus nippon), die zusammen mit Mufflons (Ovis musimon) gehalten wurden, fielen durch Absonderung, Schwäche, Ataxie und Eintrübung der Augen auf.
Material und Methoden Die Tierkörper wurden obduziert und histologisch untersucht. Zudem wurden bakteriologische und virologischen Untersuchungen sowie ein „Next Generation Sequencing“ (NGS) durchgeführt.
Befunde Histologisch lagen Peri-/Vaskulitiden in mehreren Organen, Entzündungen des ZNS und bei einem Tier eine Uveitis vor. Eine Sequenzierung ergab den Nachweis des Ovinen Herpesvirus 2 (OHV2), einem der Erreger des Bösartigen Katarrhalfiebers (BKF). Bei einem Tier lag zusätzlich eine Sepsis mit Bibersteinia trehalosi vor.
Schlussfolgerung Die vorliegenden Befunde ähneln der sog. Kopf-Augen-Form des BKF. Empfänglich sind neben Rindern u.a. Wildwiederkäuer. Es handelt sich überwiegend um letal verlaufende Einzeltiererkrankungen. Langfristig können auch ganze Herden betroffen sein. In Europa wird die Erkrankung vor allem durch das Makavirus OHV2 (Gammaherpesvirinae) hervorgerufen. Als Reservoir für OHV2 gelten kleine Wiederkäuer, die symptomlos infiziert sind. Daher könnten die mit den Sikahirschen gehaltenen Mufflons als Ursprung für die OHV2 Infektionen beim Sikawild fungiert haben.
Publication History
Article published online:
11 August 2023
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Georg Thieme Verlag
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