Gesundheitswesen 2023; 85(S 01): S2
DOI: 10.1055/s-0043-1762643
Abstracts | BVÖGD/BZÖG
27.04.2023
Fachausschuss KJGD – Block 1: Auswirkungen der Pandemie auf Kinder und ihre Familien
09:00 – 10:30 ‖ Kongress-Saal

Familien im Corona-Lockdown – Ergebnisse einer Befragung von 3400 Familien anlässlich der Schuleingangsuntersuchung

Autor*innen

  • K. Kubini

    1   Kinder- & Jugendgesundheitsdienst, Prävention & Gesundheitsberichterstattung, Gesundheitsamt Rhein-Erft-Kreis, Bergheim
  • H. Thoiss

    1   Kinder- & Jugendgesundheitsdienst, Prävention & Gesundheitsberichterstattung, Gesundheitsamt Rhein-Erft-Kreis, Bergheim
  • K. Simon

    2   LZG.NRW, Gesundheitscampus Bochum, Bochum
  • F. Meyer

    1   Kinder- & Jugendgesundheitsdienst, Prävention & Gesundheitsberichterstattung, Gesundheitsamt Rhein-Erft-Kreis, Bergheim
  • Cardinal S. von Widdern

    1   Kinder- & Jugendgesundheitsdienst, Prävention & Gesundheitsberichterstattung, Gesundheitsamt Rhein-Erft-Kreis, Bergheim
  • M. Denfeld

    1   Kinder- & Jugendgesundheitsdienst, Prävention & Gesundheitsberichterstattung, Gesundheitsamt Rhein-Erft-Kreis, Bergheim
 

Die Coronapandemie hat Kindern und Familien einiges abverlangt und den Alltag der Familien beeinflusst. Veränderungen und deren Auswirkungen auf Familien wurden mit einem Fragebogen (FB) ermittelt, der bei der Terminvergabe für die Schuleingangsuntersuchung (SEU) an alle Familien mit Kindern im Einschulalter des Rhein-Erft-Kreises verteilt wurde.

Ziel der Umfrage war es, Belastungen und Hilfebedarfe der Familien zu erkennen und ggf. darauf zu reagieren.

Der standardisierte Fragebogen enthielt 23 Items im 4 -stufigen Likert Format, 5 ergänzende offene Fragen, sowie Fragen nach dem Medienkonsum. Im Rhein-Erft-Kreis konnten 3400 FB bei 5300 Schulneulingen ausgewertet werden.

Etwa 90% der befragten Familien zeigten eine positive, aber bildungsabhängige Einschätzung der Gesamtsituation: hohes Bildungsniveau der Eltern = positivere Einschätzung der Situation für die Kinder. Bei mehr als 50% der Kinder wurde von einem erhöhten Medienkonsum berichtet, bei ca. ¼ der Befragten kam es zu häufigen Konfliktsituationen in der Familie und ca. 15% der Kinder zeigten ein ängstlicheres Verhalten als vor der Pandemie. Einige der Kinder konnten notwendige Therapien nicht wahrnehmen. Objektive Daten der SEU werden mit dieser Untersuchung verglichen.

Kinder und deren Familien waren durch den Corona Lock-down unterschiedlich belastet und für einen Teil der Kinder war die Gesamtsituation der Kinder schlechter als vorher. Spezifische, sozialkompensatorische Unterstützung ist notwendig, um Folgen der Belastung zu erkennen, sie abzumildern und die Situation der Kinder wieder zu verbessern.



Publikationsverlauf

Artikel online veröffentlicht:
08. März 2023

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