Frauenheilkunde up2date 2017; 11(06): 525-539
DOI: 10.1055/s-0043-124946
Geburtshilfe und Perinatalmedizin
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Geburtshilfe: kombinierte Spinal-Epidural-Analgesie (CSE)

Jan Wallenborn
,
Thorsten Artmann
,
Peter Kranke
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Publication Date:
05 March 2018 (online)

Unter den neuraxialen Analgesieverfahren zeichnet sich die CSE dadurch aus, dass die Wirkung schneller eintritt und ggf. zeitlich unbegrenzt aufrechterhalten werden kann. Motorische Blockaden kommen seltener vor. Die erhöhte Gefahr fetaler Bradykardien wegen der intrathekalen Opioidgabe erfordert ein kontinuierliches CTG-Monitoring, hat jedoch keine Auswirkungen auf Sectiorate oder Apgar-Werte.

Kernaussagen
  • Die CSE ist der EDA hinsichtlich der initialen Analgesie (Wirkeintritt, Wirkmaximum) überlegen.

  • Die generelle Zufriedenheit der werdenden Mütter ist sowohl für CSE als auch EDA sehr hoch.

  • Empfohlen wird derzeit die Kombination aus einem niedrigkonzentrierten Lokalanästhetikum mit einem Opioid – sowohl intrathekal als auch epidural.

  • Ropivacain und Sufentanil erscheinen in der Geburtshilfe als vorteilhaft.

  • Wird initial bei der CSE lediglich ein Opioid intrathekal appliziert, tritt keinerlei motorische Blockade auf.

  • Die Erfolgsquote der CSE ist sehr hoch und bei Verwendung von CSE-Sets ist die Technik nicht viel aufwendiger als eine EDA.

  • Die Zahl unilateraler Blockaden ist nach CSE geringer als nach reiner EDA.

  • Die Sectiorate erhöht sich nicht nach Etablierung einer EDA oder CSE.

  • Die Rate instrumenteller Entbindungen nach CSE unter Verzicht auf ein Lokalanästhetikum (keine Motorblockade) ist geringer als nach EDA, was möglicherweise am geringeren Lokalanästhetikumverbrauch liegt.

  • Die Rate fetaler Bradykardien ist nach CSE gegenüber einer reinen EDA erhöht. Bei adäquater Kenntnis und interdisziplinärer Absprache resultiert hieraus keine erhöhte Sectiorate, ein negativer Einfluss auf Apgar-Werte besteht nicht.

  • Pruritus ist nach CSE häufiger als nach EDA, eine Opioidnebenwirkung und in der Regel harmlos.