Zahnmedizin up2date 2018; 12(02): 163-178
DOI: 10.1055/s-0043-124811
Parodontologie
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Nicht chirurgische antiinfektiöse Parodontitistherapie

Denica Kuzmanova
,
Pia-Merete Jervøe-Storm
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Publication Date:
25 April 2018 (online)

Parodontitis ist eine der häufigsten Erkrankungen in der Mundhöhle. Die Entfernung der weichen und harten Auflagerungen der supra- und subgingival gelegenen Zahnoberflächen ist zentraler Bestandteil der Parodontitisbehandlung im Rahmen der antiinfektiösen nicht chirurgischen Therapie. Der Beitrag gibt einen Überblick über die Ziele, Möglichkeiten, Grenzen, Instrumente und Verfahren der antiinfektiösen Parodontitistherapie aus heutiger Sicht.

Kernaussagen
  • Die nicht chirurgische antiinfektiöse Therapie ist die tragende Säule der systematischen Parodontitisbehandlung. Für die meisten erkrankten Parodontien führt diese bereits zu einer erfolgreichen Reduktion der Entzündungszeichen, der Sondierungstiefen und Ausheilung der parodontalen Läsionen.

  • Die antiinfektiöse Therapie ist Voraussetzung für jegliche weiterführende Parodontitistherapie (z. B. chirurgische Therapie) und kann systemische Auswirkungen zeigen.

  • Für die nicht chirurgische Therapie kann der Behandler zwischen verschiedenen Behandlungsmodalitäten, -instrumenten und -geräten wählen. Daher gilt es heute, die Möglichkeiten dieser Phase auszuschöpfen und ausreichende Heilungszeit einzuräumen, bevor weitere Therapieentscheidungen getroffen werden.

  • Eine effektive geschlossene subgingivale Instrumentierung kombiniert den zeitsparenden Einsatz von (Ultra-)Schallscalern mit der guten Taktilität bei der Anwendung von Handinstrumenten.

  • Wenn adjuvante systemische Antibiotikaeinnahme indiziert ist, sollte diese zeitlich mit dem mechanischen Biofilmmanagement abgestimmt werden und nach Optimierung der häuslichen Mundhygiene erfolgen.

  • Innovative Techniken wie Laser, photodynamische Therapie und Anwendung von Pulver-Wasserstrahl-Geräten scheinen der konventionellen Instrumentierung klinisch oder mikrobiologisch nicht überlegen zu sein.