Aktuelle Neurologie 2018; 45(04): 249-252
DOI: 10.1055/s-0043-122598
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Diagnostik der Myasthenia gravis

Diagnosis of Myasthenia gravis
Franz Blaes
Kreiskrankenhaus Gummersbach, Neurologische Klinik
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
03. Mai 2018 (online)

Zusammenfassung

Die Diagnose einer Myasthenia gravis gründet sich neben der Anamnese und klinischen Untersuchung insbesondere auf laborchemische und neurophysiologische Untersuchungen. Neben den schon lange bekannten Antikörpern gegen nikotinische Acetylcholinrezeptoren finden sich Antikörper gegen muskelspezifische Kinase (MUSK) und gegen das Lipoprotein-Rezeptor-assoziiertes Protein 4 (LRP4). Zudem können bei jüngeren Patienten anti-Titin-Antikörper Hinweise auf ein zugrunde liegendes Thymom liefern. Die neurophysiologische Diagnostik umfasst den Nachweis eines Dekrements mit der repetitiven Stimulation als elektrisches Korrelat der pathologischen Muskelermüdbarkeit. Bei unklaren Fällen trägt die Einzelfaser-Elektromyografie häufig zur Klärung der Diagnose bei. Ein Normalbefund bei letzterer schließt eine neuromuskuläre Übertragungsstörung nahezu aus. Mit der Kombination beider Methoden, Autoimmundiagnostik und neurophysiologische Untersuchung, kann in den allermeisten Fällen die Diagnose gestellt werden. In Zweifelsfällen bleibt die probatorische Gabe von Pyridostigmin zur möglichen Diagnosesicherung.

Abstract

Myasthenia gravis is an autoimmune disorder of the neuromuscular junction. The diagnosis of Myasthenia gravis (MG) is based on clinical features, combined with neurophysiological and immunological parameters. Autoantibodies against the nicotinic acetylcholine receptor are the main finding in about 80 % of the patients. More recently, autoantibodies against muscle-specific kinase (MUSK) and lipoprotein receptor-associated protein 4 (LRP4) have been identified in a subset of MG patients. Additionally, anti-Titin autoantibodies can point to an underlying thymoma in younger MG patients. Neurophysiological examination includes a repetitive stimulation to detect a possible decrement as the electrical correlate of pathological muscle fatigability. Single-fiber electromyography can identify neuromuscular transmission disturbances in otherwise unclear cases.