Frauenheilkunde up2date 2018; 12(02): 143-162
DOI: 10.1055/s-0043-122057
Gynäkologische Onkologie
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Herausforderungen in der Therapie der Patientin mit Vulvakarzinom

Katharina Prieske
,
Linn Wölber
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Publication Date:
28 June 2018 (online)

In den letzten Jahren ist die Inzidenz des Vulvakarzinoms deutlich angestiegen. Wegen der oft unspezifischen Frühsymptome, sollte bei jeder Vorsorgeuntersuchung die Vulva gründlich inspiziert werden – auch bei jungen Patientinnen. Liegt eine Krebserkrankung vor, kommt der Qualität der Primärtherapie eine besondere Bedeutung zu. Entscheidend für die Prognose ist zudem das Vorliegen von inguinofemoralen Lymphknoten.

Kernaussagen
  • Der Primärtumor sollte im Gesunden reseziert werden. Ein evidenzbasierter Grenzwert für den optimalen Resektionsrand ist durch aktuelle Studien nicht belegt.

  • Der zentrale Prognosefaktor beim Vulvakarzinom ist das Vorliegen von inguinofemoralen Lymphknotenmetastasen.

  • Als Voraussetzungen für die SNB gelten derzeit klinisch unauffällige Leistenlymphknoten, Tumordurchmesser < 4 cm und ein unifokaler Primärtumor sowie die Möglichkeit des pathologischen Ultrastagings.

  • Bei Metastasennachweis im SNL wird die komplette inguinofemorale LNE empfohlen. Eine alleinige Radiatio ist nach aktueller Wissenslage nicht ausreichend.

  • Die Qualität der Primärtherapie hat eine besondere Wichtigkeit. Leistenrezidive verlaufen oft letal.

  • Durch pelvines Lymphknotenstaging bei inguinalem Metastasennachweis kann eine pelvine Radiatio bei histologisch negativen Lymphknoten im Becken vermieden werden.