Phys Med Rehab Kuror 2017; 27(06): 382-384
DOI: 10.1055/s-0043-120931
Gesellschaftsmitteilungen
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Jahresbericht des DGPMR-Vorstandes

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Publication Date:
11 December 2017 (online)

122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Physikalische Medizin und Rehabilitation – Rückblick und Danksagung

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

der inspirierende touristische Jahres-Slogan der Stadt Dresden - „Neues entdecken“- steht im Einklang zu unserem Wagnis, erstmalig einen kleineren jedoch besonders praxisbezogenen Kongress zu veranstalten. Im Rahmen der Premiere vom 15.–16. September in der Dreikönigskirche in Dresden, konnte sich jeder Teilnehmer einen eigenen Eindruck vom neuen Tagungskonzept verschaffen. Über die durchweg positiven Resonanzen freuen wir uns, zumal die stetige Weiterentwicklung unseres Fachgebietes reflektiert wurde ([Abb. 1]).

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Abb. 1 Eröffnung des Kongresses durch den Präsidenten, Univ.-Prof. Dr. med. Uwe Lange. Quelle: Helfried Böhme, Dresden

Ein solcher Kongress kann nur durch tatkräftige Unterstützung gelingen, daher ist es mir ein großes Anliegen, mich bei den Mitarbeitern unserer Geschäftsstelle, Herrn Helfried Böhme und Frau Förster, herzlich zu bedanken. Beide haben sich erneut mit größtem Engagement und Einsatz den vielfältigen Anforderungen gestellt und für einen reibungslosen Ablauf gesorgt ([Abb. 2]).

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Abb. 2 Verleihung der Ehrenmitgliedschaft der DGPMR an Dr. med. Jean-Jacques Glaesener, Hamburg. Quelle: Helfried Böhme, Dresden

Durch die kreative und konstruktive Zusammenarbeit mit dem wissenschaftlichen Programmkomitee konnte ein ausgezeichnetes Tagungsprogramm mit einer hochspannenden Plenarsitzung, interessanten Sitzungen sowie zwei „Postersessions“ aufgestellt werden. Zudem erfolgten erstmals Sitzungen der Kommissionen „Wissenschaft und Forschung“, „Aus-, Fort- und Weiterbildung“ und vom „Jungen Forum“, im Rahmen dessen erste erarbeitete Resultate und Zukunftsperspektiven präsentiert wurden. Auch in diesem Jahr wurde es ermöglicht „Abstracts“ im Kongressheft der Physikalischen Medizin, Rehabilitationsmedizin und Kurortmedizin zu publizieren, wofür U. Smolenski und N. Best als Editoren besonders gedankt sei.

Großer Dank gebührt ebenfalls den klinischen und wissenschaftlichen Kollegen/Innen in der DGPMR, für die Abstract-Begutachtung, die vielfältigen Referate und Chair-Funktionen sowie dem Gutachterteam für die Verleihung sowohl des Dr. Heinz-und-Helene-Adam-Preises als auch der drei Posterpreise ([Abb. 3]).

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Abb. 3 Überreichung der Posterpreise des Kongresses, gestiftet durch den Thieme-Verlag, an Dr. med. Alexander Glogaza, München, Dr. med. Max Emanuel Liebl, Berlin und Prof. Dr. Claudia Winkelmann, Heidenheim durch den Kongresspräsidenten, Univ.-Prof. Dr. med. Uwe Lange, Bad Nauheim (v.l.n.r.).Quelle: Helfried Böhme, Dresden

Zuletzt gilt mein Dank den Partnern aus der Industrie, für die begleitende pharmazeutische und medizintechnische Ausstellung.

Das Kongressthema „Physikalische und Rehabilitative Medizin – Evidenzbasierte Praxis und Qualitätsmanagement“ unterstreicht einmal mehr die Notwendigkeit, unseren Patienten die stets bestmögliche Versorgung zukommen zu lassen.

Bisher dominierte die Praxis-basierte Evidenz, d. h. komplexe Therapieentscheidungen wurden auf der Grundlage von Erfahrungen und weniger auf Basis wissenschaftlicher Evidenzen getroffen, sprich der „Eminenz-basierten Medizin“. Nunmehr bedienen wir uns zunehmend der Evidenz-basierten Praxis, d. h. Integration praktischer und klinischer Expertise mit der bestmöglichen Evidenz aus systematischer Forschung in der medizinischen Versorgung. Dieser Prozess ist unabdingbar unter Berücksichtigung und Anpassung der persönlichen Bedürfnisse, Vorlieben und Rahmenbedingungen des Patienten zu realisieren, um so eine bestmögliche Behandlung zu erzielen.

Sowohl die praktische Expertise als auch die bestmöglich verfügbare externe Evidenz für sich allein reichen heutzutage nicht mehr aus. Einerseits ist es nachvollziehbar, dass ohne praktische Erfahrung, sprich der ausschließliche Einsatz evidenzbasierter Verfahren, für den individuellen Patienten limitiert bzw. unpassend sein kann. Andererseits können das Ignorieren von exzellenten externen Forschungsergebnissen und das Behandeln allein basierend auf eigener Expertise – aufgrund veralteten Wissens – zum therapeutischen Nachteil des Patienten führen.

Zur Optimierung unserer täglichen Arbeit nutzen wir zunehmend das Qualitätsmanagement, mit dem Ziel, die Arbeit effektiver und effizienter zu gestalten. Bei diesem Prozess der Arbeitsqualitätsoptimierung haben wir unabdingbar materielle und zeitliche Vorgaben zu berücksichtigen, jedoch stets mit dem Ziel vor Augen, unsere Patienten zufrieden zu stellen und zu motivieren. Darüber hinaus gilt es korrekt zu dokumentieren, um Regresse abzuwehren und eine angemessene Entlohnung zu gewährleisten. Weitere Inhalte des Qualitätsmanagements fokussieren auf der Optimierung von Organisationsstrukturen, Standardisierung von Diagnostik- und Therapieabläufen, Zertifizierung, Gestaltung und Ausstattung von Arbeitsräumen sowie berufliche Weiterbildung.

Ziel des Jahreskongresses war es daher, die Symbiose von Praxis-basierter Evidenz und externer Evidenz (Berücksichtigung exzellenter wissenschaftlicher Resultate) – im Sinne einer Evidenz-basierten Praxis – zukünftig noch besser zu nutzen.