Notfallmedizin up2date 2018; 13(01): 55-75
DOI: 10.1055/s-0043-120082
Allgemeine und organisatorische Aspekte
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Safety First – Sicherheitsaspekte in der Notfallrettung

Safety first – safety aspects in emergency rescue
Dominik Treffer
,
Björn Hossfeld
,
Matthias Helm
,
Anne Weißleder
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Publication History

Publication Date:
24 April 2018 (online)

Zusammenfassung

Die Beachtung wichtiger Sicherheitsaspekte schützt die Gesundheit der Rettungsfachkräfte und trägt zum Gelingen eines Einsatzes bei. Der Beitrag soll die Beteiligten im Rettungsdienst (Notärzte, Notfallsanitäter, Rettungsassistenten und Rettungssanitäter) für Gefahren im Arbeitsalltag sensibilisieren, Hilfestellungen im Umgang mit diesen Risiken geben und Möglichkeiten zur Prävention aufzeigen, um einen sicheren Einsatzablauf zu ermöglichen.

Abstract

There are lots of work-related hazards in the emergency rescue service and they require great attention and prudent action in order to be recognized and shunned. The personal protective equipment is extremely important in the emergency service and must always be fit, functional and has to be dressed properly. Basic hygiene (e.g. hand disinfection, disinfection of contact surfaces, etc.) is essential to prevent the transmission of pathogens and has to be performed before, during and after each service. This article is intended to sensitize the participants in the emergency rescue service to hazards in the daily routine, to provide assistance in dealing with these risks and to show opportunities for prevention to enable safe operation.

Kernaussagen
  • Arbeitsbezogene Gefährdungen sind im Rettungsdienst vielfältig und bedürfen großer Aufmerksamkeit und umsichtigen Handelns, um erkannt und gemieden zu werden.

  • Arbeitsmedizinische Vorsorgeleistungen dienen dem Erhalt der Mitarbeitergesundheit und sollten daher wahrgenommen werden.

  • Die persönliche Schutzausrüstung ist der tägliche Begleiter im Rettungsdienst und muss stets passgenau, funktionsfähig und korrekt angelegt sein, um seiner Schutzwirkung nachzukommen.

  • Die Verwendung von Medizinprodukten muss geschult werden, um eine sichere Handhabung für Patient und Anwender zu garantieren.

  • Das Risiko von Unfällen ist bei Einsatzfahrten besonders hoch. Vorbereitende Schulungen und Trainings sollen die Mitarbeiter im Rettungsdienst auf diese Tätigkeit vorbereiten.

  • Die Gefährdungsanalyse (insb. 4A/1C/4E, GAMS) muss zu Beginn jedes Einsatzes stattfinden, um Sicherheitsrisiken schnell zu erfassen und somit das Einsatzpersonal zu schützen.

  • Bei der Versorgung von Verkehrsunfallopfern und insbesondere der technischen Rettung ist eine enge Zusammenarbeit von Rettungsdienst und Feuerwehr essenziell, da zahlreiche Gefahren nur durch Hilfe der Feuerwehr kontrolliert werden können.

  • Auch bei aggressiven oder gewalttätigen Patienten steht der Eigenschutz des Teams an erster Stelle. Sollten Deeskalationsmaßnahmen fehlschlagen, so ist die Unterstützung der Polizei notwendig.

  • Die Basishygiene (u. a. Händedesinfektion, Desinfektion von Kontaktflächen etc.) ist wesentlich zur Vermeidung der Übertragung von Pathogenen und vor, während und nach jedem Einsatz durchzuführen.

  • Belastende Einsätze sind im rettungsdienstlichen Alltag nicht selten. Das CRM-Konzept kann helfen, Fehler zu vermeiden. Im Anschluss sollte ein Debriefing mit allen Beteiligten des Rettungsteams stattfinden.