Notf.med. up2date 2018; 13(01): 39-51
DOI: 10.1055/s-0043-119741
Allgemeine und organisatorische Aspekte
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Massenanfall von Verletzten/Erkrankten (MANV) – die frühe Phase der Einsatzbewältigung

Stefan Trümpler
,
Marc Hübner
,
Andreas Bohn
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Publication History

Publication Date:
24 April 2018 (online)

Bei einem MANV kommt dem ersten eintreffenden Rettungsdienstpersonal eine wegweisende Rolle zu: Durch sein Handeln müssen wichtige Strukturierungen erfolgen, die über den Erfolg der Einsatzbewältigung entscheiden. Dies umfasst ärztliche sowie auch nichtärztliche Qualifikationen. Ziel dieses Artikels ist es, dem ersteintreffenden Rettungsdienstpersonal einfache, wirksame und erprobte Handlungsempfehlungen zu geben, um in den ersten Minuten eines MANV die Führung in der Patientenversorgung zu übernehmen.

Kernaussagen
  • Bis zum Eintreffen von Führungspersonal müssen bereits ersteintreffende Kräfte des Rettungsdienstes einen MANV-Einsatz (Massenanfall von Verletzten) entscheidend strukturieren.

  • Ersteintreffende Kräfte müssen sichtbar die Führung übernehmen und hierbei den Mut haben, erste Entscheidungen zu treffen. Keine Angst vor „falschen“ Entscheidungen!

  • Konzepte zur Bewältigung der ersten Minuten eines MANV sollen Rettungsdienstpersonal in Aus- und Fortbildung vermittelt werden.

  • Eine Erstversorgung im MANV orientiert sich am Überleben der Schwerverletzten und nicht an individualmedizinischen Standards.

  • Durch Anwendung der Priorisierung (Vorsichtung) mit einfachen Algorithmen kann rasch ein Überblick über die Patienten gewonnen werden und die Erstversorgung beginnen.

  • Einfache Konzepte und Merkhilfen wie die „PEST“-Regel (Priorisieren, Erstversorgung einleiten, Soforttransporte, Transportorganisation für weitere Patienten) helfen bei der MANV-Bewältigung.