Radiologie up2date 2017; 17(04): 363-375
DOI: 10.1055/s-0043-119187
Pulmonale und kardiovaskuläre Radiologie
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Management des pulmonalen Rundherdes

Management of pulmonary nodules
Cornelia Schaefer-Prokop
Further Information

Publication History

Publication Date:
19 December 2017 (online)

Pulmonale Rundherde sind fokale rundliche Lungenparenchymverdichtungen, die über 3 mm und unter 3 cm groß sind. Sie haben je nach ihrer Größe, Form, Dichte und Lage, aber auch je nach Komorbidität und Alter des Patienten eine unterschiedliche Bedeutung. Dieser Beitrag beschreibt ihre Diagnostik und die ggf. notwendigen Kontrolluntersuchungen.

Abstract

The pulmonary nodule is one of the most frequent findings in routine CT imaging of the chest. The vast majority of these nodules is benign, however, a subset of the nodules represent early forms of adenocarcinomas. An effective and non-invasive strategy is needed to differentiate between benign and potentially malignant lesions. A number of management strategies have been recently published (e.g., recommendations by the Fleischner Society or the British Thoracic Society). Among other factors they use nodule type (solid versus subsolid), nodule location and nodule growth as input factors. This article summarizes most recent knowledge about nodule types, measurement strategies and how to apply published management rules most effectively.

Kernaussagen
  • Inzidentelle Rundherde sind sehr häufig. Viele sind sog. perifissurale Noduli, die – unter Berücksichtigung der Lokalisation und Morphologie – als intrapulmonale nicht suspekte Lymphknoten angesehen werden.

  • Manuelle Messungen der Durchmesser in 2 Richtungen (Mittelwert aus maximaler Länge und dazu senkrechter kurzer Achse) sind eine akzeptable Methode zur Verlaufskontrolle. Verlaufskontrollen sollten immer in derselben CT-Technik angefertigt werden (möglichst 1 mm Schichtdicke).

  • Ein solider Herd, über 2 Jahre konstant, kann als benigne angesehen werden. Ein längerer Follow-up ist für persistierende subsolide Herde nötig (4 – 5 Jahre). Follow-up-Zeiten und -Anzahl sollten an das individuelle Risiko angepasst werden.

  • Subsolide Herde sollten kurzfristig (3 Monate) verfolgt werden, um temporäre entzündliche von persistierenden Herden zu unterscheiden. Eine solide Komponente > 5 mm in einem persistierenden Herd, eine wachsende oder neue solide Komponente machen den Herd sehr verdächtig für eine Malignität. Grundsätzlich gilt, dass diese langsam wachsenden subsoliden Herde eine gute Prognose und eine niedrige Aggressivität haben, was vor allem bei älteren Patienten mit lebenslimitierender Komorbidität berücksichtigt werden muss, um eine Überdiagnostik/übertriebene Behandlung („overdiagnosis and overtreatment“) zu vermeiden.

  • In Zukunft werden Computerprogramme mit automatischer Erfassung von Volumen/Durchmesser und Risikoeinschätzung eine zunehmende Rolle spielen.