Aktuel Kardiol 2017; 6(04): 265-270
DOI: 10.1055/s-0043-115534
Übersichtsarbeit
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Moderne Diagnostik der Mitral- und Trikuspidalklappe – was ist wirklich notwendig?

Modern Diagnostic of Mitral and Tricuspid Valve Diseases – What Is Necessary?Maximilian Spieker, Malte Kelm, Ralf Westenfeld
  • Klinik für Kardiologie, Pneumologie und Angiologie, Universitätsklinikum Düsseldorf
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Publication Date:
24 August 2017 (online)

Zusammenfassung

Mitral- und Trikuspidalklappenerkrankungen weisen eine hohe, mit dem Alter ansteigende Prävalenz in der Bevölkerung auf. Parallel mit den modernen und innovativen Therapieverfahren haben sich die Anforderungen an die Diagnostik von Vitien weiterentwickelt. Den Grundstein für eine erfolgreiche Therapie bildet auch weiterhin die echokardiografische Bildgebung, die präzise Informationen über Art und Ausmaß der Läsion, den Mechanismus, die Ätiologie sowie über die technische Durchführbarkeit einer Intervention liefern muss. Neue Innovationen im Bereich der Echokardiografie erlauben eine noch sensitivere Beschreibung der Pathomorphologie, eine valide Quantifizierung des Schweregrades und die Unterstützung bei der Klappenintervention. Neben den diagnostischen Untersuchungen spielt die klinische Beurteilung des Patienten eine wichtige Rolle und fordert eine kritische Wertung der Untersuchungsergebnisse unter Berücksichtigung der Klinik des Patienten.

Abstract

Mitral- and tricuspid valve diseases are increasingly prevalent especially in older people. The diagnostic requirements develop equally with the innovative and complex treatment options. The basis for a successful therapy is imaging, which needs to provide information about extent and form of the lesion, mechanism, etiology and severity as well as about technical feasibility of an intervention. New innovations in echocardiography enable a more sensitive description of the pathomorphology as well as a valid grading of regurgitation severity. Despite diagnostic examinations, clinical evaluation of patients is of prime importance and requires a critical assessment of the diagnostic findings against the background of the clinical situation of the patients.

Was ist wichtig?
  • Echokardiografie: Die Echokardiografie bildet den Grundstein der Diagnostik der Klappenerkrankungen. Durch Visualisierung der zentralen anatomischen Strukturen ermöglicht sie eine mechanistische Abklärung und Einteilung des Schweregrades.

  • Herzkatheteruntersuchung: Mithilfe der präprozeduralen Herzkatheteruntersuchung lassen sich neben dem Koronarstatus weitere hämodynamische Kennziffern des großen und kleinen Kreislaufs bestimmen, die Erfolgsaussichten und Risiko eines potenziellen Herzklappeneingriffes genauer charakterisieren.

  • MRT: Die MRT bietet eine zusätzliche Alternative vor allem bei Patienten mit eingeschränkter Schallqualität und mit besonderer Beurteilung der myokardialen Anteile der Verankerung der AV-Klappen.

  • CT: Die CT erlaubt eine exakte Abbildung der Klappenstruktur und insbesondere der systolischen und diastolischen Ventrikelgeometrie. Sie spielt eine zunehmend wichtige Rolle bei der Prozedurplanung von neueren kathetergestützten Klappeninterventionen.