Ultraschall in Med 2017; 38(05): 484-498
DOI: 10.1055/s-0043-115107
Continuing Medical Education
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Duplex Sonographic Diagnosis of Perinatal Hemorrhagic Stroke

Duplexsonografische Diagnose des perinatalen hämorrhagischen Schlaganfalls
Karl-Heinz Deeg
Further Information

Publication History

13 December 2016

14 June 2017

Publication Date:
25 September 2017 (eFirst)

Abstract

Children are particularly at risk for stroke in the neonatal period. Neonatal hemorrhagic stroke is rarer than ischemic stroke. The incidence is 40.7/100 000 live births. Hemorrhagic stroke is caused by a disruption in venous drainage usually due to local thrombosis. As a result of the nonspecific clinical symptoms in this age group, diagnosis is usually made too late. The only relatively specific symptom is a cerebral seizure during the first week of life. Therefore, stroke should be ruled out by diagnostic imaging in the case of any seizure in the first days of life. The diagnostic method of choice is MRI, but it is not always available. Most neonatal strokes can be detected with high-resolution duplex ultrasound. Hemorrhagic stroke appears as a focal increase in echogenicity in a venous drainage area on ultrasound. The corresponding venous drainage can be visualized with duplex ultrasound and measured with spectral Doppler. Hemorrhagic stroke of the internal veins appears as hemorrhage in the basal ganglia. Venous thrombosis must be ruled out in every cerebral hemorrhage of unclear origin in an otherwise healthy term newborn. In the case of hemorrhagic infarction of the basal ganglia, both internal cerebral veins, the great vein of Galen, and the straight sinus must be examined with Doppler ultrasound. Doppler ultrasound should be used to differentiate between complete occlusion and severe stenosis. The recanalization of vessels and the morphological consequences of hemorrhagic stroke can be visualized in the further course.

Zusammenfassung

In der Neonatalperiode ist das Kind durch das Auftreten von Schlaganfällen besonders gefährdet. Hämorrhagische neonatale Schlaganfälle sind seltener als ischämische Schlaganfälle. Sie treten mit einer Inzidenz von 40,7/100 000 Lebendgeborene auf. Hämorrhagische Schlaganfälle werden pathophysiologisch durch eine venöse Abflussstörung, die meist durch eine lokale Thrombose bedingt ist hervorgerufen. Aufgrund der unspezifischen klinischen Symptome in dieser Altersgruppe wird die Diagnose meist zu spät gestellt. Das einzige relativ spezifische Symptom ist ein zerebraler Krampfanfall innerhalb der ersten Lebenswoche. Bei allen cerebralen Krampfanfällen in den ersten Lebenstagen sollte deshalb ein Schlaganfall durch bildgebende Diagnostik ausgeschlossen werden. Das Diagnostikum der Wahl ist die MRT, die jedoch nicht überall und zu jedem Zeitpunkt verfügbar ist. Mit der hochauflösenden Duplexsonografie können jedoch die meisten neonatalen Schlaganfälle erfasst werden. Sonografisch imponieren hämorrhagische Schlaganfälle als fokale Echogenitätsvermehrung im Abflussgebiet einer Vene. Mit der Duplexsonografie gilt es den entsprechenden venösen Abfluss darzustellen und mit dem Spektraldoppler zu erfassen. Hämorrhagische Schlaganfälle der inneren Venen imponieren als Blutung in die Basalganglien. Bei jeder unklaren zerebralen Blutung bei einem ansonsten unauffälligen reifen Neugeborenen muss eine venöse Thrombose ausgeschlossen werden. Bei hämorrhagischer Infarzierung der Basalganglien müssen beide Venae cerebri internae, die Vena Galeni magna und der Sinus rectus dopplersonografisch untersucht werden. Dopplersonografisch sollte zwischen komplettem Verschluss oder hochgradiger Einengung unterschieden werden. Im weiteren Verlauf können die Rekanalisierung von Gefäßen und die morphologischen Folgen des hämorrhagischen Schlaganfalls dargestellt werden.