Gastroenterologie up2date 2017; 13(03): 271-287
DOI: 10.1055/s-0043-113411
Darm/Anorektum
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Erkrankungen mit Malabsorptions-/Malassimilationssyndrom

Sophie Fromhold-Treu, Georg Lamprecht
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Publication Date:
08 September 2017 (online)

Malassimilation ist ein Syndrom verschiedenster Ursachen und Erkrankungen mit nahrungsabhängigem Durchfall und begleitendem Gewichtsverlust. Sowohl Maldigestion als auch Malabsorption werden hierunter zusammengefasst. Dieser Beitrag beleuchtet diese verschiedenen Erkrankungen und zeigt die differenzialdiagnostischen Möglichkeiten und die therapeutischen Optionen dieses Syndroms.

Kernaussagen
  • Das Malassimilationssyndrom ist keine eigenständige Entität, sondern beschreibt einen pathophysiologischen Zustand.

  • Malassimilation subsumiert die pathophysiologischen Mechanismen Maldigestion und Malabsorption.

  • Für die Differenzialdiagnose der primären Malassimilationssyndrome sind detaillierte Anamnese, Paraklinik, Biopsien aus dem Duodenum, der Lamblien-Stuhlantigentest, die Stuhlelastase, die quantitative Stuhlfettausscheidung sowie ggf. die Bestimmung der A1AT-Clearance und die erweiterte Dünndarmbildgebung notwendig, um die verschiedenen, teils seltenen Entitäten voneinander zu differenzieren.

  • Die verschiedenen Durchfallmechanismen fallen bei den Malassimilationssyndromen unterschiedlich ins Gewicht, was sich auch im Ausmaß des Gewichtsverlusts niederschlägt.

  • Die Therapie erfolgt nicht allein symptomatisch, sondern sollte auf die Grunderkrankung und ggf. auf spezifische Durchfallmechanismen gerichtet sein. Dies schließt ggf. eine spezifische Diätberatung ein.