Frauenheilkunde up2date 2017; 11(03): 247-262
DOI: 10.1055/s-0043-112871
Interdisziplinäre Themen
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Vitamin D in Klinik und Praxis

Armin Zittermann, Stefan Pilz
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Publication Date:
26 July 2017 (online)

Zusammenfassung

Vitamin-D-Mangel und seine Konsequenzen – seit Jahren schon ein sehr präsentes Thema. Nicht zu Unrecht: In der Allgemeinbevölkerung verfehlt die kutane Vitamin-D-Synthese besonders im Winter deutlich die Zufuhrempfehlung. Klar ist, aufgrund der vielfältigen Wirkungen wird Vitamin D auch in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen. Der CME-Beitrag hilft Ihnen, in der Informationsflut die Relevanz des Themas für Klinik und Praxis zu bewahren.

Abstract

Vitamin D is unique among the vitamins, since its major source is skin synthesis by solar UVB exposure, whereas dietary intake plays only a minor role. In the general population, cutaneous vitamin D synthesis is clearly below the recommended amount. Dietary vitamin D does not fill this gap. Severe vitamin D deficiency results in rickets in infants and osteomalacia in adults. In the absence of endogenous vitamin D synthesis (e.g. during winter), oral supplements should ensure adequate daily vitamin D intake, where appropriate. This is particularly true for nursing home residents, non-European migrants and dark-skinned people.

Kernaussagen
  • Ausgeprägter Vitamin-D-Mangel führt bei Säuglingen und Kleinkindern zu Rachitis und bei Erwachsenen zu Osteomalazie.

  • Bei Senioren reduziert Vitamin D das Sturz- und Frakturrisiko und vermutlich auch die Mortalität.

  • Wahrscheinlich vermindert Vitamin D in der Allgemeinbevölkerung auch das Risiko für Infektionen des oberen Respirationstrakts.

  • Defizitäre Blutspiegel an 25-Hydroxyvitamin D sind in allen Bevölkerungsgruppen nach dem Säuglingsalter weitverbreitet, v. a. im Winterhalbjahr. Besondere Risikogruppen für einen Vitamin-D-Mangel stellen Pflegeheimbewohner und nichteuropäische Migrantinnen dar.

  • Bei fehlender UVB-Exposition ist die tägliche Einnahme eines Vitamin-D-Präparats in Höhe von 20 µg die effektivste Maßnahme, eine adäquate Vitamin-D-Versorgung sicherzustellen. Eine hoch dosierte, intermittierende Vitamin-D-Einnahme kann nicht empfohlen werden [45].