Dtsch med Wochenschr 2017; 142(24): 1850-1854
DOI: 10.1055/s-0043-112776
Klinischer Fortschritt
Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Die erste deutschsprachige Leitlinie zu autoimmunen Lebererkrankungen

Novel Developments in Autoimmune Liver Diseases
Christoph Schramm
1  I. Medizinische Klinik und Poliklinik, Martin Zeitz Centrum für Seltene Erkrankungen, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg
,
Christian P. Strassburg
2  Medizinische Klinik und Poliklinik I, Universitätsklinikum Bonn, Bonn
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Publication Date:
05 December 2017 (online)

Was ist neu?

Serologische Diagnostik bei autoimmunen Lebererkrankungen Die Serologie ist ein wichtiger Baustein in der Differenzialdiagnose autoimmuner Lebererkrankungen. Das Immunfluoreszenzmuster der antinukleären Antikörper (ANA) liefert wichtige Hinweise auf das Vorliegen einer primär biliären Cholangitis (PBC) und sollte berichtet werden.

Autoimmune Hepatitis (AIH) Die Beurteilung der Leberhistologie ist für die Diagnose der AIH wichtig. Über den Verlauf der Erkrankung geben in der Regel die Transaminasen, das Serum IgG (beide sollten im Normbereich liegen) und nicht-invasive Methoden der Fibrosebestimmung (wie die transiente Elastografie) ausreichende Informationen.

Primär Biliäre Cholangitis (PBC) Ca. 30 % der PBC-Patienten sprechen nicht ausreichend auf die Standardtherapie mit Ursodeoxycholsäure (UDCA) an. Für diese Patienten wurde kürzlich die zusätzliche Therapie mit Obeticholsäure zugelassen.

Primär Sklerosierende Cholangitis (PSC) Die MRT/MRCP hat in der Diagnostik und Verlaufskontrolle der Gallengangspathologie eine zentrale Stellung. Nach einer endoskopischen Dilatationstherapie von Stenosen sollte, wenn möglich, auf eine Stenteinlage verzichtet werden.

IgG4-assoziierte Cholangitis (IAC) Die Diagnose der IAC ist nach wie vor schwierig. Die IAC spricht in den frühen Stadien sehr gut auf eine Steroidtherapie an, wobei 20 – 40 mg pro Tag Prednisolon in der Initialtherapie ausreichen.