Gesundh ökon Qual manag
DOI: 10.1055/s-0043-110761
Originalarbeit
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Erfolg der Privatisierung von Krankenhäusern – Eine Einschätzung aus der Sicht ehemaliger öffentlicher Krankenhausträger

Success of hospital privatisations – an assessment from the point of view of former public hospital ownersDaniel Negele1, Robert Ott1, Ulrich Wellisch2
  • 1Fakultät für Angewandte Gesundheits- und Sozialwissenschaften, Hochschule Rosenheim
  • 2Fakultät für Angewandte Natur- und Geisteswissenschaften, Hochschule Rosenheim
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Publication Date:
07 June 2017 (eFirst)

Zusammenfassung

Zielsetzung In den letzten Jahren konnte eine Steigerung der Anzahl privater Krankenhäuser und Betten festgestellt werden. Die Probleme der Investitionsfinanzierung deutscher Krankenhäuser in Kombination mit verstärkenden Faktoren wie der Einführung der DRGs, aber auch die Erwartung einer höheren Effizienz nach der Privatisierung einer Klinik können als Hauptgründe bei Privatisierungsentscheidungen genannt werden. Es soll untersucht werden, wie ehemalige öffentliche Krankenhausträger den Erfolg der Privatisierung einschätzen.

Methodik Alle 99 identifizierten ehemaligen öffentlichen Träger, die ihr Krankenhaus in den Jahren 2003–2013 an einen privaten Eigentümer verkauft hatten, wurden hinsichtlich ihrer Einschätzung von Zielen sowie Befürchtungen vor und nach der Privatisierung anonym und schriftlich befragt.

Ergebnisse und Schlussfolgerung Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass bei einer ausreichenden Finanzierung der Krankenhäuser aus Krankenkassenbeiträgen (Betriebsmittel) und Ländermittel (Investitionskosten) der Privatisierungsdruck rapide sinken würde. Wenn jedoch privatisiert wurde, hatte dies aus Sicht der ehemaligen Träger weder einen negativen Einfluss auf die medizinische Versorgung in der Region, noch auf die Qualität der medizinischen Behandlung und auf den Umgang mit den Mitarbeitern. Die Einschätzungen der ehemaligen Träger weisen eine statistisch überprüfte Übereinstimmung auf. Die mit einer Privatisierung verbundenen Erwartungen und Ziele werden prinzipiell als erfüllt wahrgenommen.

Abstract

Aim In recent years, an increase in the number of private hospitals and beds could be determined. The problems of financing investments of German hospitals in combination with other reinforcing factors such as the introduction of DRGs, but also assumptions to higher efficiency after privatisation of a hospital can be identified as the main reasons for privatisation decisions. It should be examined how former public hospital operators assess the success of the privatisation.

Method All 99 identified former public owners who had sold their hospitals during the years 2003 to 2013 to a private owner were interviewed anonymously and in written form with regard to their assessment of goals and fears before and after privatisation.

Results and Conclusion In summary it can be said that with sufficient funding of hospitals from health insurance contributions (resources) and state funds (investment costs) privatisation pressure would fall sharply. But if privatized once, there was - from the view of the former public owners - neither a negative impact on medical care in the region, nor on the quality of medical treatment and the treatment of employees. The former public owners show a fair agreement on their assesments. The privatisations answer the expectations and the goals of the former public owners.