Dialyse aktuell 2017; 21(07): 342-346
DOI: 10.1055/s-0043-110551
Schwerpunkt | Nephrologie
© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Niereninsuffizienz und Dialyse

Besonderheiten von Frauen im Vergleich zu MännernSylvia Stracke
  • Klinik für Innere Medizin A, Bereich Nephrologie, Universitätsmedizin Greifswald und KfH-Nierenzentrum Greifswald
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Publication Date:
08 September 2017 (online)

ZUSAMMENFASSUNG

Geschlechtsspezifische Unterschiede spielen bei vielen Erkrankungen eine Rolle, so auch bei der chronischen Niereninsuffizienz (CKD). Frauen und Männer unterscheiden sich hinsichtlich der zugrunde liegenden Pathophysiologie der Erkrankungen, die zur CKD geführt haben und auch hinsichtlich der Ausprägung der Urämie assoziierten Zweiterkrankungen sowie hinsichtlich des Therapieansprechens und der Krankheitsbewältigung. Auch beim Outcome und dem Management der Dialysetherapie gibt es Unterschiede zwischen Frauen und Männern. Es muss unterschieden werden, ob es sich um biologische, psychosoziale oder ökonomische Faktoren handelt. In den Leitlinien wird bislang nicht auf geschlechtsspezifische Unterschiede bei CKD und/oder Dialyse eingegangen. Generelle Schwierigkeiten umfassen neben einem „Neglect“ oben genannter Umstände auch die Tatsache, dass in großen randomisierten, nephrologischen Studien Frauen oftmals nicht eingeschlossen wurden. In einigen Fällen haben neue Erkenntnisse auf dem Gebiet der geschlechtsspezifischen Unterschiede bei CKD zur Entdeckung neuer pathophysiologischer Zusammenhänge und zu Verbesserungen in der Therapie geführt.