Gesundh ökon Qual manag
DOI: 10.1055/s-0043-109571
Originalarbeit
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Faktoren des Zahlungsausfalls: Eine empirische Analyse von Unternehmen des Gesundheitssektors in Deutschland

Factors of payment defaults: An empirical analysis of German health care companiesChristian Lohmann1, Thorsten Ohliger2
  • 1Juniorprofessor für Controlling, Bergische Universität Wuppertal, Gaußstraße 20, 42119 Wuppertal
  • 2parcIT GmbH
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Publication Date:
10 May 2017 (eFirst)

Zusammenfassung

Zielsetzung Unternehmen des Gesundheitssektors unterscheiden sich in einer Vielzahl an leistungswirtschaftlichen sowie betriebswirtschaftlichen Merkmalen von anderen Wirtschaftsunternehmen. Der vorliegende Beitrag untersucht den Zusammenhang zwischen bilanziellen Strukturmerkmalen und dem Zahlungsausfall von Unternehmen des Gesundheitssektors.

Methodik Die Analyse basiert auf Jahresabschlussdaten von deutschen Gesundheitsunternehmen der Jahre 2005 bis 2009 sowie zugehöriger Zahlungsausfalldaten. Unter Verwendung des Propensity Score Matching werden insgesamt 61 Zahlungsausfälle (18 Krankenhäuser sowie 43 sonstige Gesundheitsunternehmen) mit Hilfe der logistischen Regressionsanalyse statistisch ausgewertet.

Ergebnisse Ein hoher Eigenkapitalanteil sowie ein großes Umlaufvermögen reduziert die Wahrscheinlichkeit des Zahlungsausfalls eines Unternehmens des Gesundheitssektors. Im Gegensatz zu anderen Wirtschaftsunternehmen hat die Rentabilität eines Unternehmens des Gesundheitssektors keinen empirisch nachweisbaren Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit des Zahlungsausfalls.

Schlussfolgerung Eine solide Finanzausstattung sowie eine zum großen Anteil auch kurzfristig liquidierbare Vermögensstruktur schützen die Unternehmen des Gesundheitssektors vor einem Zahlungsausfall. Die Rentabilität hat für die Unternehmensfortführung keine empirisch nachweisbare Aussagekraft. Dies resultiert möglicherweise aus der Regulierung des Gesundheitssektors in Bezug auf die medizinischen Leistungen sowie die damit einhergehenden Erlöse.

Abstract

Aim Health care companies differ from other business companies by a variety of operational, performance-related, and economic characteristics. The present study specifically analyzes the relationship between financial key performance indicators and payment default of German health care companies.

Method The analysis is based on annual financial statements of German health care companies in the years 2005–2009 and related information on payment default. By using the method of propensity score matching, the study identifies 61 payment defaults (18 hospitals and 43 other health care companies) and statistically evaluates them by means of logistic regression analysis.

Results A higher equity ratio and a higher ratio of current assets to total assets decrease the probability that the health care company become insolvent. In contrast to other industries, the health care company’s profitability does not have any statistically significant effect on the probability of becoming insolvent.

Conclusion Solid financial resources and a large share in assets that can be made liquid at short notice protect health care companies from becoming insolvent. In contrast to that, the health care company’s profitability does provide any empirical indication of future solvency. That is likely the result of the regulation of the health care industry with respect to medical services and related revenues.