Allgemein- und Viszeralchirurgie up2date 2017; 11(04): 393-411
DOI: 10.1055/s-0043-109366
Viszerale Transplantationen
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Nierentransplantation – aktueller Stand und Probleme

Fritz Klein, Johann Pratschke, Robert Öllinger
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Publication Date:
23 August 2017 (online)

Die Nierentransplantation führt im Vergleich zur Dialyse zu einer Verbesserung der Lebensqualität und Reduktion der Mortalität. Das Patienten- und Transplantatüberleben konnten in den letzten Jahrzehnten stetig verbessert werden. Demgegenüber steht aber ein zunehmender Mangel an Spenderorganen. Die Lebendspende und der Einsatz von Spenderorganen mit erweiterten Spender- bzw. immunologischen Kriterien stehen demnach heutzutage vermehrt im Fokus.

Kernaussagen
  • Die Nierentransplantation führt im Vergleich zur Dialysetherapie zu einer Verbesserung der Lebensqualität und des Gesamtüberlebens.

  • Im Kontext eines zunehmenden Mangels an Spenderorganen stehen die Nierenlebendspende und der Einsatz von Organen mit erweiterten Spender- bzw. immunologischen Kriterien heutzutage vermehrt im klinischen Fokus.

  • Die Nierenlebendspende geht im Vergleich zur postmortalen Spende mit einer verkürzten Wartezeit, einer geringeren Rate an postoperativen Komplikationen und einem insgesamt deutlich verbesserten Transplantatüberleben einher.

  • Die Donornephrektomie bei der Nierenlebendspende wird heutzutage standardmäßig in minimalinvasiver Technik durchgeführt.

  • Die immunsuppressive Therapie vor/nach Nierentransplantation sollte anhand des individuellen Risikoprofils angesetzt werden.

  • Kardiovaskuläre Komplikationen stellen neben Infektionen auch heute noch die häufigste Todesursache nach Nierentransplantation dar.

  • Bei der Diagnostik und Therapie einer Abstoßungsreaktion sollte sowohl eine zelluläre als auch humorale Komponente berücksichtigt werden.

  • Das 5-Jahres-Transplantatüberleben nach Nierentransplantation beträgt nach postmortaler Spende 74% bzw. nach Lebendspende 86%.