Frauenheilkunde up2date 2017; 11(03): 219-228
DOI: 10.1055/s-0043-105947
Geburtshilfe und Perinatalmedizin
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

CMV-Erkrankung in der Schwangerschaft

Julia Jückstock, Alexander König, Christoph Hübener, Sven Mahner, Maria Delius
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Publication Date:
26 July 2017 (online)

Diagnostische und interventionelle Möglichkeiten während der Schwangerschaft nehmen stetig zu. Trotzdem kommen 2 – 4% der Kinder mit einer kongenitalen Schädigung zur Welt. Einer der Hauptgründe hierfür sind konnatale Infektionen. Dabei ist die Infektion mit dem Zytomegalievirus (CMV) die häufigste virale Ursache für eine schwerwiegende Schädigung Neugeborener. Dennoch ist diese Gefahr den meisten Frauen im gebärfähigen Alter völlig unbekannt.

Kernaussagen
  • Am gefährdetsten für eine Primärinfektion mit CMV sind Schwangere mit Kleinkind oder solche, die beruflich mit Kleinkindern arbeiten.

  • Hygienemaßnahmen und eine ausreichende Expositionsprophylaxe verhindern die Infektion am effektivsten.

  • Das Risiko für eine fetale Schädigung ist bei Infektionen im 1. Trimenon am höchsten und nimmt mit steigendem Gestationsalter ab.

  • Bei erfolgter CMV-Infektion während der Schwangerschaft kann CMV-spezifisches Hyperimmunglobulin zur passiven Immunisierung angewendet werden.

  • Die meisten bei Geburt asymptomatisch infizierten Kinder entwickeln sich normal.

  • Bei nachgewiesener konnataler CMV-Infektion sollten die Kinder bis zum Schulalter regelmäßig Hör- und kognitive Funktionstests machen.