Allgemein- und Viszeralchirurgie up2date 2017; 11(04): 417-438
DOI: 10.1055/s-0043-105843
Leber, Galle, Pankreas, Milz
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Diagnostik und Therapie von zystischen Pankreastumoren

Orlin Belyaev, Waldemar Uhl
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Publication Date:
23 August 2017 (online)

Die zystischen Pankreastumoren gehören zu den seltenen Tumoren der Bauchspeicheldrüse, umfassen aber gleichzeitig ein breites Spektrum von Entitäten mit spezifischen histomorphologischen Eigenschaften und unterschiedlicher Prognose. Die 5 Entitäten: intraduktale papillär-muzinöse Neoplasie, muzinöse zystische Neoplasie, seröse zystische Neoplasie, solid-pseudopapilläre Neoplasie (oder Frantz-Tumor) und Pankreaspseudozysten machen 95% dieser zystischen Pankreasläsionen aus.

Kernaussagen
  • Zystische Pankreastumoren werden immer häufiger, oft zufällig diagnostiziert; die intraduktale papillär-muzinöse Neoplasie (IPMN) ist der wichtigste Vertreter dieser Gruppe.

  • Präoperativ ist eine sichere Diagnosestellung schwierig, und ein signifikanter Anteil aller zystischen Neoplasien sind zum Operationszeitpunkt bereits maligne.

  • Eine sichere kurative Therapie ist daher einzig durch eine rechtzeitige und onkologische Pankreasresektion mit regionaler Lymphknotendissektion möglich.

  • Die Entscheidung bezüglich Resektion oder konservativer Verlaufsbeobachtung sollte in interdisziplinären Pankreaszentren mit hohem Patientenaufkommen getroffen werden.

  • Patienten, bei denen ein konservativer Behandlungsansatz gewählt wird, sollten im Rahmen kontrollierter, randomisierter Studien beobachtet werden, um diagnostische Kriterien zu finden, die eine frühzeitige Differenzierung zwischen benignen und malignen zystischen Pankreastumoren ermöglichen.