Gastroenterologie up2date 2017; 13(03): 251-266
DOI: 10.1055/s-0043-104464
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Diabetes mellitus – diagnostische und therapeutische Strategien

Roza Sabia (geb. Blagieva), Martin Wagner
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Publication Date:
08 September 2017 (online)

Diabetes mellitus ist eine Volkskrankheit. Die chronische Stoffwechselerkrankung ist durch Hyperglykämie infolge von Störungen der Insulinsekretion und/oder der Insulinwirkung charakterisiert. Diabetes mellitus ist assoziiert mit Langzeitschäden, Funktionsstörungen und -einschränkungen verschiedener Organe – insbesondere Augen, Nieren, Nerven und Herz-Kreislauf-System. Dieser Beitrag widmet sich der Diagnostik und Therapie des Typ-1- und Typ-2-Diabetes.

Kernaussagen
  • Diabetes mellitus ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, die durch Hyperglykämie infolge von Störungen der Insulinsekretion und/oder der Insulinwirkung charakterisiert ist.

  • Es handelt sich um eine heterogene Erkrankung: Die Einteilung in Typ 1 und Typ 2 ist eine grobe Vereinfachung und beschreibt das tatsächliche Spektrum an Formen nur unvollständig. Bei vielen Patienten besteht eine genetische Prädisposition für beide Typen. „Hybrid-Diabetes“ oder „Double Diabetes“ weist genetische und klinische Merkmale sowohl des Typ-1- als auch des Typ-2-Diabetes auf.

  • Für die Diagnosestellung des Diabetes mellitus können neben der klinischen Symptomatik die Nüchternglukosemessung, der 2-h-Wert im Glukosebelastungstest und/oder der HbA1c-Wert herangezogen werden.

  • Die Untersuchung auf Antikörper gegen β-Zellen dient der Differenzierung zwischen Typ 1 und Typ 2 sowie zwischen Typ 2 und LADA. Ergänzend kann die Antikörperbestimmung zur Diabetesrisikoabschätzung in den Risikogruppen (Familien-Screening) eingesetzt werden.

  • Die Diabetestherapie sollte unter Berücksichtigung von Alter, Komorbiditäten, Patientenpräferenz nach Aufklärung und Nutzen-Risiko-Abwägung individuell gewählt werden.