Psychiatr Prax 2017; 44(02): 108-110
DOI: 10.1055/s-0043-100274
Szene
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Teilhabe für chronisch psychisch kranke Menschen in Deutschland oder Die Sozialpsychiatrie und die Soziale Gerechtigkeit

Marcel Daum
1  Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg
,
Anja Höptner
1  Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg
2  Institut für Sozialpsychiatrie MV, An-Institut der Universität Greifswald
,
Andreas Speck
1  Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg
2  Institut für Sozialpsychiatrie MV, An-Institut der Universität Greifswald
3  Hochschule Neubrandenburg
,
Ingmar Steinhart
2  Institut für Sozialpsychiatrie MV, An-Institut der Universität Greifswald
4  Stiftung Bethel, SB Bethel.regional
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Publication Date:
13 March 2017 (online)

Hinführung

Durch die UN-Behindertenrechtskonvention, die zunehmende Verbreitung des ICF und das neue Bundesteilhabegesetz (BTHG) ist „Teilhabe“ zu einem Schlüsselbegriff (sozial-)psychiatrischer Praxis avanciert. Das BTHG – wie im Übrigen auch das neue Pflegestärkungsgesetz III – greift normativ und konzeptionell auf den Teilhabebegriff zurück. Im Gesetz zur Weiterentwicklung der Versorgung und der Vergütung für psychiatrische und psychosomatische Leistungen (PsychVVG) als neuem Finanzierungsgesetz von psychiatrischen Krankenhausleistungen taucht der Begriff noch nicht auf. Gleichwohl ist über die Teilhabechancen und -risiken psychisch erkrankter Menschen in Deutschland wenig bekannt. Weder im Bericht der Bundesregierung zu den Teilhabechancen von Menschen mit Behinderungen [1] noch in regionalen Aktionsplänen zur Inklusion (etwa in Mecklenburg-Vorpommern) sind die Belange von Menschen mit schweren psychischen Beeinträchtigungen angemessen berücksichtigt worden.