Gesundheitswesen 2022; 84(08/09): 726-727
DOI: 10.1055/s-0042-1753624
Abstracts | DGSMP/DGMS
Vorträge
Thema: Kinder- und Jugendgesundheit

Herausforderung Pandemie – wie Jugendliche Entwicklungsaufgaben dennoch meistern

M Kuchler
1   Hochschule für Gesundheit, Department für Angewandte Gesundheitswissenschaften, Bochum, Deutschland
,
K Heid
2   Fachhochschule Bielefeld, Fachbereich Sozialwesen, Bielefeld, Deutschland
,
C Habig
1   Hochschule für Gesundheit, Department für Angewandte Gesundheitswissenschaften, Bochum, Deutschland
,
S Beckmann
2   Fachhochschule Bielefeld, Fachbereich Sozialwesen, Bielefeld, Deutschland
,
A-L Rademaker
2   Fachhochschule Bielefeld, Fachbereich Sozialwesen, Bielefeld, Deutschland
,
E Quilling
1   Hochschule für Gesundheit, Department für Angewandte Gesundheitswissenschaften, Bochum, Deutschland
› Author Affiliations
 

Einleitung Mit der Covid-19 Pandemie haben sich Herausforderungen und Belastungen insbesondere benachteiligter Kinder und Jugendlicher verstärkt. Die Förderung von sozialen Beziehungen und Zukunftsperspektiven sind Resilienzfaktoren, die psychische Gesundheit stärken und zur Verwirklichung von Jugendlichen beitragen. Das Forschungsprojekt „co*gesund“ untersucht in einer Machbarkeitsstudie, die psychosoziale Gesundheit bildungsbenachteiligter junger Menschen (16-25 J.) und die Bewältigung des Übergangs Schule – Beruf in NRW während der Pandemie. Ziel des Projektes ist die Identifikation von Ansatzpunkten für Handlungskonzepte zur Stärkung der strukturellen Ressourcen und der Resilienz der Jugendlichen. In dem Beitrag werden erste Ergebnisse vorgestellt.

Methoden Aufbauend auf einem Rapid Review zur psychosozialen Gesundheit Jugendlicher während der Coronapandemie werden 30 leitfadengestützte Expert:inneninterviews mit Fachkräften aus den Bereichen Schule und berufsvorbereitenden Maßnahmen geführt. Zentral sind hierbei die Fragen nach Herausforderungen bildungsbenachteiligter Jugendlicher während der Pandemie und wie sie diese im Rahmen ihrer Entwicklungsaufgaben meistern konnten. Die Interviews werden mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Kuckartz (2014) ausgewertet. Dabei werden Aspekte der Lebenswelt von bildungsbenachteiligten Jugendlichen im Kontext von strukturellen Unterstützungsangeboten fokussiert.

Ergebnisse Die Vorarbeit (Rapid Review) verdeutlicht die Belastung der psychischen Gesundheit von Heranwachsenden durch die Pandemiesituation international, die sich durch vermehrte Symptome von Depression, Hoffnungslosigkeit und Einsamkeit zeigt. Dabei wird auch der Einfluss von sozialen Determinanten und die Zunahme der gesundheitlichen Ungleichheit deutlich. Als stärkende Ressourcen für Jugendliche werden erwachsene Ansprechpartner:innen in der Schule, Zukunftsperpektiven sowie Achtsamkeitsaspekte genannt. Die Expert:inneninterviews geben einen konkreten Einblick in die spezifischen Herausforderungen im Übergang Schule und Beruf und zeigen auf, welche Ressourcen Jugendlicher vorhanden sind und wie diese individuell und strukturell niedrigschwellig gestärkt werden können.

Schlussfolgerung Neben den individuellen Ressourcen der Jugendlichen sollten vor allem strukturelle Ressourcen in ihrem Umfeld zur Förderung der psychosozialen Gesundheit identifiziert und weiterentwickelt werden. Dies soll dazu beitragen, dass junge Menschen Übergangsprozesse erfolgreich bewältigen können und für zukünftige Herausforderungen gestärkt sind. Hierfür werden im weiteren Projektverlauf zwei Gruppendiskussionen mit den Jugendlichen zu resilienzfördernden und –begrenzenden Aspekten geführt. Abschließend werden Handlungsempfehlungen entwickelt, die in Expert:innen-Workshops gemeinsam mit Fachkräften aus den Settings Schule und berufsvorbereitenden Maßnahmen und Jugendlichen validiert werden.



Publication History

Article published online:
22 August 2022

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