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DOI: 10.1055/s-0042-1751202
Erhebung der KundInnenzufriedenheit der PrEP-NutzerInnen mit den Apothekendienstleistungen der Marien Apotheke Wien
Hintergerund Das Interesse an der Präexpositionsprophylaxe (PrEP) ist jüngst gestiegen. PrEP hat sich als wirksame medikamentöse HIV-Präventionsstrategie erwiesen, aber bisher werden die Kosten in Österreich nicht von der Krankenversicherung übernommen und der Zugang ist auf wenige Apothekenstandorte beschränkt. In dieser Forschung wurde die Rolle der Apotheken bei der PrEP-Versorgung untersucht. Ziel dieser Pilotstudie war es, die KundInnenzufriedenheit von PrEP-NutzerInnen in Bezug auf Apothekendienstleistungen in der Marien Apotheke Wien zu evaluieren.
Methoden Die Pilotstudie basiert auf einem Mixed-Methods-Forschungsdesign und umfasst eine strukturierte Datenbankabfrage, ExpertIinneninterviews (n=3), eine standardisierte Befragung von PrEP-NutzerInnen mit einem Online-Fragebogen (n=61) und qualitative Interviews mit PrEP-KundInnen (n=2)
Ergebnisse ExpertIinnen raten, bei Apothekendienstleistungen auf Diskretion und Feingefühl zu achten. Die quantitativen Ergebnisse zeigen eine hohe Zufriedenheit der PrEP-NutzerInnen (78 %). Nach Ansicht der TeilnehmerInnen ist die Apotheke eine wichtige Beratungsstelle, da die dortige Informationsqualität gleich nach den Arztpraxen eingestuft wurde. Die Beratungsatmosphäre wurde von 56% der TeilnehmerInnen als sehr positiv empfunden und die meisten verstanden die Informationen inhaltlich (83%) und sprachlich (89%) sehr gut. Die Beratung konzentrierte sich hauptsächlich auf die Einnahmemöglichkeiten der PrEP.
Die qualitativen Ergebnisse betonen das Sicherheitsbedürfnis als Hauptgrund für die PrEP-Einnahme. Arztpraxen, gefolgt vom Internet, wurden als die meistgenutzten Quellen für den Erhalt medizinischer PrEP-Informationen genannt.
Insgesamt legen die Ergebnisse nahe, dass Apotheken weiterhin PrEP-Beratung durch geschulte Mitarbeiter anbieten, verschiedene Verpackungsarten offerieren und das Preisniveau für PrEP beibehalten sollten.
Hintergerund Die vorliegende Pilotstudie kann als Ausgangspunkt für weitere PrEP-Forschung in Österreich dienen.
Publikationsverlauf
Artikel online veröffentlicht:
22. August 2022
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Georg Thieme Verlag
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