Thieme E-Journals - Aktuelle Ernährungsmedizin / Abstract
Aktuelle Ernährungsmedizin 2022; 47(03): 226-227
DOI: 10.1055/s-0042-1748208
Abstracts
Freie Vorträge

CoNuTs Study: Einfluss von Geruchs-/Geschmacksverlust durch Covid-19 auf Lebensqualität und Ernährungsverhalten

Authors

  • J. Gießel

    1   NIED, Neubrandenburg, Deutschland
  • K. Lychatz

    1   NIED, Neubrandenburg, Deutschland
  • M. Bülter

    1   NIED, Neubrandenburg, Deutschland
  • N. Pokorski

    1   NIED, Neubrandenburg, Deutschland
  • N. Ritter

    1   NIED, Neubrandenburg, Deutschland
  • F. Meyer

    1   NIED, Neubrandenburg, Deutschland
  • L. Valentini

    1   NIED, Neubrandenburg, Deutschland
    2   Institut für evidenzbasierte Diätetik (NIED), Hochschule Neubrandenburg, Neubrandenburg, Deutschland

Hintergrund Laut Robert Koch Institut sind in Deutschland ca. 19% der Covid-19 Erkrankten von Geruchs-/Geschmacksverlust (GGV) betroffen, der vielfach nach Genesung persistiert. Ziel dieser Studie war es, den Einfluss eines Covid-19 bedingten GGV auf das Ernährungsverhalten bei Genesenen zu untersuchen.

Methodik 26 Covid-19-genesene Erwachsene mit einer GGV-Dauer von mindestens 4 Wochen (Alter 29,7±9,3 J, 96% Frauen, BMI: 26,0±6,8 kg/m²) nahmen zwischen 08.10.–15.10.21 an der anonymisierten Online-Umfrage (LimeSurvey) teil. Die Rekrutierung erfolgte über soziale Netzwerke und persönliche Kontakte.

Resultat Die durchschnittliche GGV-Dauer betrug 4,3±3,5 Monate (M). 19 (73%) erlangten den Geruchs/Geschmacksinn vor Studienbeginn wieder zurück (GGV-Dauer 3,8±3,2 M). 7 (27%) litten unter persistierendem GGV (Dauer 5,6±4,2 M).

19 (73%) und 18 (69%) fanden sich in der Zeit des GGVs in ihrem Lebensalltag und in ihrer gewohnten Ernährungsweise deutlich eingeschränkt. Im Lebensalltag hatten während des GGVs 24 (92%) Schwierigkeiten beim Würzen und Abschmecken der Speisen 18 (69%) verdorbene Lebensmittel zu erkennen und 15 (58%) Unsicherheiten bezüglich ihres eigenen Körpergeruchs.

Während des GGV hatte für 15 (58%) das Essen einen kleineren Stellenwert als üblich, für 3 (12%) einen größeren und bei 8 (31%) war der Stellenwert unverändert. 19 (73%) hatten während des GGV weniger Appetit, 2 (8%) mehr und bei 5 (19%) blieb er unverändert. 13 (50%) und 12 (46%) salzten und würzten mehr, 6 (23%) und 3 (12%) weniger. 9 (35%) aßen kleinere Portionen, 1 (4%) größere und 16 (61%) unverändert große Portionen. 10 (38%) nahmen mehr süße Speisen, 9 (35%) mehr salzige Speisen und 7 (27%) vermehrt hochkalorische Speisen zu sich.

Trotz GGV und der damit verbundenen Einschränkungen waren 18 (69%) mit ihrem Leben im Allgemeinen zufrieden oder sehr zufrieden. Nach Wiederkehr des Geruchs/Geschmackssinn (n=19) hatte die Zeit des GGVs nur bei 6 (23%) die Ernährungsweise nachhaltig deutlich beeinflusst, bei den restlichen 12 (63%) nicht oder nur wenig.

Conclusion CoNuTS zeigte, dass der GGV starken Einfluss auf die Ernährungsweise hat und trotz maßgeblicher Beeinträchtigungen die allgemeine Lebenszufriedenheit wenig beeinflusst wird. GGV führt nur bei einem Teil der Betroffenen zu nachhaltige Änderungen im Ernährungsverhalten.



Publication History

Article published online:
14 June 2022

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