Gastroenterologie up2date 2017; 13(01): 83-99
DOI: 10.1055/s-0042-122650
Wichtige Methoden in der Gastroenterologie
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Perkutane endoskopische Gastrostomie – Komplikationen vermeiden und therapieren

Karl Ernst Grund
,
Annette Zipfel
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Publication Date:
23 March 2017 (online)

Die perkutane endoskopische Gastrostomie (PEG) ist ein seit vielen Jahren weitverbreitetes Verfahren der Ernährungstherapie. Trotzdem sind Komplikationen noch immer häufig – und viele von ihnen sind vermeidbar. Dieser Beitrag beleuchtet die wichtigsten Komplikationen der verschiedenen PEG-Sonden und Anlagetechniken. Zahlreiche Praxistipps helfen, Komplikationen zu vermeiden bzw. minimalinvasiv und patientenschonend zu behandeln.

Kernaussagen
  • Ein Pneumoperitoneum mit folgender diagnostischer Unsicherheit kann folgendermaßen sicher vermieden werden: Bei Anlage per Fadendurchzugstechnik wird der PEG-Schlauch sofort nach Durchzug der PEG durch die Bauchdecke so lange unter leichtem Zug gehalten, bis die Sonde definitiv fixiert ist. Als Insufflationsgas ist CO2 zu verwenden.

  • Bei Stenosen im oberen Gastrointestinaltrakt mit profusem Erbrechen kann eine Entlastungs-PEG eine große Erleichterung für den Patienten in der Palliativsituation sein. Für eine solche PEG ist die Anlage mittels Gastropexie unabdingbar, ebenso bei Peritonealkarzinose oder Aszites. Dabei sind unbedingt 4 (nicht nur 2!) Nähte zu setzen, damit die Gastropexie sicher dicht hält.

  • Bei Sondenokklusion kann durch Überprüfen der Ansätze und vorsichtiges, geduldiges Spülen evtl. ein Austausch/Neuanlage der Sonde vermieden werden.

  • Bei Sondenverlust muss umgehend ein Platzhalter eingesetzt werden, damit sich der PEG-Kanal bis zur Sanierung der Situation nicht verschließt. Geeignet dafür sind dünne Absaugkatheter oder Blasenkatheter für Kinder.

  • Das Buried-Bumper-Syndrom bezeichnet das Einwachsen der inneren Halteplatte der PEG in die Magen- oder Bauchwand und entsteht durch fehlerhafte und/oder inkonsequente Mobilisation der PEG-Sonde. Das BBS ist ein klarer Pflegefehler! Die „Ausgrabung“ ist endoskopisch von innen oder lokalchirurgisch von außen möglich. Operationen sind nur in Ausnahmefällen erforderlich.