Krankenhaushygiene up2date 2016; 11(04): 415-434
DOI: 10.1055/s-0042-120781
Technische und bauliche Aspekte
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Infektionspräventive Anforderungen an bauliche Maßnahmen

Ernst Tabori
,
Sandra Axmann
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Publication Date:
14 December 2016 (online)

Kernaussagen
  • Ein sinkender Pflegeschlüssel und ein eingeschränktes Raumangebot können die Rate nosokomialer Infektionen ungünstig beeinflussen [12].

  • Alle eingesetzten Oberflächen sollten glatt und geschlossenporig sein, damit eine feuchte Reinigung und Desinfektion möglich ist.

  • Die Oberflächen sollten gut zu reinigen und für die jeweils zur Anwendung kommenden Desinfektionsmittel geeignet sein.

  • Textile Bodenbeläge oder Holzparkettböden werden für Behandlungsräume, Funktions- oder Nasszonen grundsätzlich nicht empfohlen. Auch für Patientenzimmer einer Akutklinik sind sie nicht geeignet.

  • Im Patientenzimmer selbst muss nur dann eine Waschmöglichkeit installiert sein, wenn kein Sanitärraum vorhanden ist bzw. sich in diesem kein Waschbecken befindet.

  • Innenliegende Sanitärräume in Krankenhäusern müssen über eine wirksame Zwangsentlüftung verfügen.

  • Die Raumgestaltung einer OP-Abteilung sollte gewährleisten, dass die Funktionalität und der medizinisch sinnvolle wie hygienisch sichere, kreuzkontaminationsfreie Ablauf der einzelnen Arbeitsschritte gesichert sind und die hygienisch nötigen Maßnahmen sachgerecht erfolgen können.

  • Der Hygienestandard muss bei der operativen Versorgung eines jeden Patienten an jedem Ort gleichermaßen optimal sein – unabhängig vom Kontaminationsgrad.

  • Der Wasserstrahl der Wasserhähne muss so gerichtet sein, dass er nicht direkt auf die Abflussöffnung trifft, um kein Auf- und Verspritzen von kontaminiertem Wasser aus dem Abfluss zu verursachen.

  • Die OP-Saaltüren müssen während des Eingriffs konsequent geschlossen sein.

  • Die Bodenlagerung von Material ist unzulässig.

  • Reine und unreine Tätigkeiten in einer ZSVA müssen räumlich oder funktionell voneinander getrennt sein. Die Räume sollten am Prozess ausgerichtet hintereinandergeschaltet sein. Beim Wechsel von einem Bereich in den anderen ist jeweils eine hygienische Händedesinfektion und ggf. das Ablegen/Verwerfen der Schutzkleidung unabdingbar. Türen sind sinnvoll, um den Geräuschpegel einzudämmen.

  • Im unreinen Bereich sind ausreichend Stellflächen nötig. An die adäquate Ausstattung des unreinen Bereichs mit angepassten Aufbereitungsbecken und mit Aufbereitungsgeräten ist zu achten.

  • Das Medizinproduktelager dient der sicheren (Zwischen-)Lagerung von aufbereiteten (sterilen) Medizinprodukten und muss daher eine staub-, feuchtigkeits-, kontaminationsfreie und lichtgeschützte Lagerung ermöglichen. An gut erreich- und sichtbaren Stellen sind Spender für die Händedesinfektion zu installieren.