Krankenhaushygiene up2date 2016; 11(04): 399-411
DOI: 10.1055/s-0042-120613
Nosokomiale Infektionen
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Gesundheitskompetenz und Hygienewissen in Deutschland

Eva-Maria Bitzer
,
Sebastian Schulz-Stübner
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Publication History

Publication Date:
14 December 2016 (online)

Kernaussagen
  • Gesundheitskompetenz bedeutet mehr als Lese- und Schreibfähigkeit. Es werden eine Reihe von Fähigkeiten eingeschlossen: Neben dem Umgang mit gesundheitsrelevanten Informationen spricht die Definition auch die Bedeutung des Wissens, der Fähigkeiten des Individuums und des Vertrauens in die eigenen Fähigkeiten an. Als Zielgrößen werden die individuelle Gesundheit und die Gesundheit der Gemeinschaft definiert.

  • Im Bereich Prävention nosokomialer Infektionen besteht ein relativ gutes Grundverständnis (Wissen) aber eine Diskrepanz zwischen diesem Wissen und der Ängste, nosokomiale Infektionen zu erleiden oder an Familienangehörige weiterzugeben.

  • Programme mit dem Ziel der Verbesserung der Gesundheitskompetenz zum Thema Prävention nosokomialer Infektionen wären besonders bei Senioren, Personen mit Migrationshintergrund und niedrigerem Bildungsniveau sinnvoll und müssen zielgruppenorientiert ausgerichtet sein (akzeptierte Medien, Design, Sprache etc.)

  • Unter den nosokomialen Infektionen wird die Harnwegsinfektion in ihrer Bedeutung eher unterschätzt und multiresistente Erreger in ihrer Wahrnehmung eher überschätzt.

  • Aufklärungsarbeit zum Thema sinnvoller Antibiotikaeinsatz in der Allgemeinbevölkerung könnte auch Erwartungshaltungen von zukünftigen Patienten und damit indirekt das Verschreibungsverhalten der Ärzteschaft insbesondere im ambulanten Bereich ändern.