Krankenhaushygiene up2date 2016; 11(04): 363-376
DOI: 10.1055/s-0042-119961
Hygienemaßnahmen
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Hygiene, Infektionsprävention und Antibiotikaeinsatz in der Hausarztpraxis

Sebastian Schulz-Stübner
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Publication Date:
14 December 2016 (online)

Kernaussagen
  • Hausärzte werden häufig mit Patienten mit Infektionskrankheiten konfrontiert und sollten ihre Praxis so organisieren, dass diese schon am Empfang erkannt und der Behandlung direkt zugeführt werden, ohne viele Kontakte im Wartezimmer zu haben.

  • Besiedlungen mit multiresistenten Erregern dürften deutlich häufiger vorliegen, als dies den Hausärzten bekannt ist, weswegen das Einhalten der Basishygiene bei allen Patienten essenzielle Bedeutung zukommt.

  • Händedesinfektionsmittel sollte den Patienten bereits im Eingangs- bzw. Empfangsbereich zur Arztpraxis zur Verfügung gestellt werden.

  • Verbesserungspotenziale sind zu erkennen im Bereich der Händehygiene-Compliance, der Durchführung aseptischer Prozeduren und beim Umgang mit Medikamenten, wobei auch das Hausbesuchssetting bei der Optimierung von Prozessabläufen zu berücksichtigen ist.

  • Neben den Arztmeldepflichten von Infektionskrankheiten nach § 6 Infektionsschutzgesetz müssen Hausärzte bei der Durchführung von bestimmten Point-of-Care-Tests auch an die Labormeldepflicht nach § 7 Infektionsschutzgesetz denken.

  • Das Einbeziehen der Hausärzte in Anstrengungen zum rationalen Antibiotikagebrauch ist aufgrund ihrer Position als häufige Verordner und der Vielzahl von Antibiotikaindikationen in der Hausarztpraxis sinnvoll.