Der Notarzt 2016; 32(06): 257
DOI: 10.1055/s-0042-119638
Zu diesem Heft
© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

V. Dörges
,
T. Kerner
,
P. Sefrin
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Publication Date:
20 December 2016 (online)

das kürzlich veröffentlichte „Eckpunktepapier 2016“ dient als Leitfaden für die Bedarfsplanung sowohl der präklinischen als auch der klinischen Notfallmedizin. In der vorliegenden Ausgabe nimmt die Arbeitsgemeinschaft der Bundesvereinigung der Notärzte Deutschlands (BAND e. V.) in einem Strukturpapier Stellung zur gegenwärtigen Lage des Rettungsdienstes in Deutschland. Neben der Analyse des „Status quo“ anhand der aktuellen Stärken und Probleme werden neue Lösungsansätze für den erforderlichen Wandel hin zu einem zukunftssicheren Notarzt-System vorgestellt. Neben der Berücksichtigung der zunehmenden Bedeutung der Schnittstelle zur klinischen Weiterbehandlung und einer qualitativ hochwertigen Einsatzdisposition in der Leitstelle sind weitere wesentliche Schritte erforderlich. Hier sind insbesondere zu nennen die lange überfällige Anerkennung der Notfallrettung im SGB V als eigenständige medizinische Leistung und eine Umorientierung von der strikten Vorgabe einer je nach Bundesland differierenden Hilfsfrist hin zu einer bundeseinheitlichen Regelung der „präklinischen Versorgungszeit“. Ebenfalls von herausragender Bedeutung ist die fachgerechte Nutzung der digitalen Datenübertragung und einer adäquaten telemedizinischen Unterstützung der Einsatzkräfte. Letztere soll zusätzlich zu einer qualitativ hochwertigen Versorgung der Notfallpatienten und damit keinesfalls als Ersatz für den Einsatz eines Notarztes erfolgen, wobei die jeweils gültigen rechtlichen Vorgaben einzuhalten sind.

Ein weiterer Beitrag beschäftigt sich mit der Thematik, dass der vermehrte Alkoholgebrauch (nicht Alkoholgenuss) in unserer Gesellschaft weit verbreitet ist. Dazu gehört nicht nur die Alkoholabhängigkeit im Sinne einer Erkrankung, sondern auch der Alkoholabusus. In beiden Fällen kann es zum Einsatz des Rettungsdienstes mit oder ohne Notarzt kommen. Nicht immer – wie meist bei anderen Erkrankungen – ist der Betroffene froh über die angebotene Hilfe, sondern es können eine Vielzahl von Problemen auftreten, die über die notfallmedizinische Versorgung hinausgehen. Dazu gehören vor allem juristische Probleme wie z. B. die Therapieverweigerung oder die Unterbringung zum Schutz des Betroffenen. Eine zunehmendes Problem ist hier die Gewaltanwendung gegen Notarzt und Rettungsdienstpersonal. Inzwischen sind derartige Vorkommnisse leider keine Einzelfälle mehr und gehen teilweise weit über verbale Attacken hinaus. So ist aus Bayern ein Fall bekannt, bei dem eine Notärztin beim Einsatz lebensgefährlich verletzt wurde und lange Zeit dienstunfähig war. Gerade in diesem Zusammenhang ist der Hinweis – wie auch bei anderen Notfallsituationen – auf den Selbstschutz wichtig.

Das vorliegende Heft enthält darüber hinaus eine Fülle von weiteren hochinteressanten Beiträgen. Wir hoffen, mit allen in diesem Heft dargestellten Themen Ihr Interesse zu wecken und freuen uns auf Rückmeldungen, Leserbriefe und eine sich daraus ergebende Diskussion mit unseren Lesern.

Mit herzlichen Grüßen

Ihre Schriftleitung

Schriftleitung

V. Dörges, Kiel

T. Kerner, Hamburg

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V. Dörges, Kiel

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P. Sefrin, Würzburg

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