Akt Rheumatol
DOI: 10.1055/s-0042-116424
Übersichtsarbeit
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Komplikationen bei fehlerhafter Versorgungsstrategie rheumatisch Erkrankter

Complications in the Treatment of Rheumatoid PatientsR. Gaulke1
  • 1Sektion Obere Extremität, Fuß- und Rheumachirurgie, Klinik für Unfallchirurgie, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover
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Publication Date:
29 September 2016 (eFirst)

Zusammenfassung

Der orthopädische Rheumatologe muss als Generalist befähigt sein, Behandlungsstrategien zu entwickeln um den komplexen Erkrankungsmustern seiner Patienten gerecht zu werden. Neben umfassender Kennnisse der konservativen und operativen Therapie muss er gute Kenntnisse der immunsuppressiven Therapie aufweisen, um keine iatrogenen Komplikationen zu induzieren. Die Grundprinzipien der orthopädisch-rheumatologischen Versorgungsstrategie beinhalten als oberstes Ziel den Erhalt oder die Wiederherstellung der Selbstständigkeit sowie die Schmerzbefreiung des Patienten. Nach der Schmerzbefreiung kommt der Gehfähigkeit des Patienten die höchste Priorität zu. Die Funktion der Hand, an der auch fortgeschrittene Fehlstellungen häufig lange kompensiert werden, spielt gleichfall eine große Rolle bei der Selbstversorgung. Da die Effekte einer zentralen Korrektur auf die peripheren Gelenke deutliche ausgeprägter ist als umgekehrt, sollte grundsätzlich von zentral nach peripher korrigiert werden. Die Missachtung dieser Prinzipien führt zu vermeidbaren Komplikationen, welche an Fallbeispielen dargestellt werden.

Abstract

Being “all-rounders”, orthopaedic rheumatologists have to develop complex treatment regimes to meet the needs of their polyarthritic patients. Profound knowledge of conservative, operative and immunosuppressive drug treatment is essential to avoid iatrogenic complications. The first aim in the treatment of rheumatoid patients is to alleviate pain and to keep patients self-supported, followed by restoring gait and the function of the hand. The correction of central deformities has a higher corrective effect on the peripheral joints than the reverse process. Therefore, correction should be central to peripheral. Ignoring this principle leads to avoidable complications, which will be illustrated in case studies.