Neonatologie Scan 2018; 07(02): 121-134
DOI: 10.1055/s-0042-110454
CME-Fortbildung
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Die nekrotisierende Enterokolitis des Frühgeborenen

Florian Guthmann

Subject Editor: Wissenschaftlich verantwortlich gemäß Zertifizierungsbestimmungen für diesen Beitrag ist Prof. Dr. med. Florian Guthmann
Further Information

Publication History

Publication Date:
29 May 2018 (online)

Die nekrotisierende Enterokolitis (NEK) ist in den USA nach Angaben des Neonatal Research Network die zweithäufigste Todesursache Frühgeborener in der 22. bis vollendeten 28. SSW. Die Ätiologie der NEK wird trotz jahrzehntelanger Forschung noch immer nicht ausreichend verstanden, und die Diagnosestellung einer NEK ist nicht selten problematisch. Schwerpunkte dieses Beitrags sind praktische Aspekte der Prävention und Diagnostik der NEK.

Kernaussagen
  • Die nekrotisierende Enterokolitis (NEK) ist wegen ihrer hohen Mortalität und Langzeitmorbidität gefürchtet.

  • Die Ätiologie der NEK ist multifaktoriell und noch nicht genügend verstanden.

  • Wichtigstes Merkmal der betroffenen Kinder ist die Unreife. Besonderheiten des naiven Immunsystems, verminderte Toleranz gegenüber hypoxisch-ischämischem Stress und ein verändertes Mikrobiom sind Substrate der Unreife. Genetische Faktoren werden diskutiert.

  • Die Diagnose der NEK und die Abgrenzung gegenüber anderen, vor allem septischen Krankheitsbildern, ist schwierig. Ein spezifischer Laborparameter oder ein spezifisches radiologisches Zeichen ist nicht bekannt.

  • Die Therapie der NEK ist symptomatisch und nicht selten chirurgisch.

  • Besondere Bedeutung kommt der NEK-Prävention zu: Lungenreife-Induktion, Ernährung mit humaner Milch und eine Kombination aus mindestens zwei Probiotika senken das NEK-Risiko signifikant.