Klin Monatsbl Augenheilkd 2017; 234(07): 918-923
DOI: 10.1055/s-0042-109702
Klinische Studie
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Abhängigkeit der Größe der OCT-Bruch-Membran-Öffnung von Hornhautkorrekturfaktoren – eine Pilotstudie

Bruchʼs Membrane Opening in OCT in Correlation with Corneal Correction – a Pilot Study
J. Luebke
Klinik für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Freiburg
,
D. Böhringer
Klinik für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Freiburg
,
T. Reinhard
Klinik für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Freiburg
,
A. Anton
Klinik für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Freiburg
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Publikationsverlauf

eingereicht 17. Februar 2016

akzeptiert 23. Mai 2016

Publikationsdatum:
01. August 2016 (eFirst)

Zusammenfassung

Hintergrund: Die Messung der Bruch-Membran-Öffnungsfläche (BMO) und der darauf bezogenen dünnsten Nervenfaserschichtdicke (BMO-MRW) mittels optischer Kohärenztomografie (OCT) wird seit 2014 in der klinischen Routine angewendet. Vor der Messung muss die Hornhautbrechkraft (üblicherweise als Mittelwert beider Hornhautkrümmungsradien) angegeben werden. Mit diesen Angaben werden die kornealen Verzerrungen der Messstrahlen kompensiert. Ziel dieser Studie war es, den Einfluss dieser kornealen Korrektur zu quantifizieren.

Methoden: Es wurden die Sektoren der BMO-MRW, die gemittelte Nervenfaserschichtdicke aller Sektoren und die BMO von 5 rechten Augen von 5 gesunden Probanden mit dem Heidelberg Spectralis OCT jeweils 5× gemessen. Dabei wurde der Wert für die Hornhautkompensation mit der Messung systematisch erhöht (konkret: 7,1; 7,4; 7,7; 8,0; 8,3 mm).

Ergebnisse: Insgesamt zeigte sich eine annähernd lineare Abhängigkeit der Nervenfaserparameter von den „vorgelegten“ K-Werten. Diese Abhängigkeit erwies sich allerdings intraindividuell als variabel. Für die einzelnen Sektoren der BMO-MRW zeigten sich nur geringe prozentuale Änderungen durch die veränderte Korrektur. Sie lag im Bereich von 0,85 bis 1,97 % pro Änderung des K-Wertes um 0,3 mm. Für die Bruch-Membran-Öffnungsfläche zeigte sich eine stärkere Änderung mit im Mittel 7,71 % pro K-Wert-Änderung um 0,3 mm.

Schlussfolgerung: Die Korrekturberechnungen durch die K-Werte sind für die BMO-MRW-Messungen im Verlauf möglicherweise klinisch vernachlässigbar. Die Bruch-Membran-Öffnungsfläche ist stärker von der kornealen Korrektur abhängig. In longitudinalen Verlaufsmessungen sind diese Schwankungen klinisch möglicherweise ebenfalls vernachlässigbar, bei 1-Punkt-Messungen zur Standpunktbestimmung ist die korrekte Einstellung der Hornhautradien in jedem Fall empfehlenswert.

Abstract

Background: The measurement by optical coherence tomography (OCT) of the Bruch membrane opening (BMO) and the thinnest retinal fiber nerve layer in relation to it (BMO-MRW) has been performed in clinical routine since 2014. To compensate for astigmatism, or increased or decreased corneal power, a correction is performed through the mean K-value of the measured eye. The aim of this study was to measure the value of this correction and its influence on the measurement results.

Methods: The sectors of BMO-MRW and BMO values of the five right eyes of five healthy patients were measured five times each with Heidelberg Spectralis OCT. Corneal compensation was systematically raised with each single measurement (7.1, 7.4, 7.7, 8.0, 8.3 mm). Results: The data showed almost linear dependence on the given corneal compensation values, with intraindividual variability. For the BMO-MRW, only small effects of compensation were found (0.85 up to 1.97 % per K-value difference of 0.3 mm). For BMO, the effect was greater, with a mean change of 7.71 % for every 0.3 mm change in compensation.

Conclusion: For BMO-MRW, corneal compensation is of low clinical relevance. BMO is more dependent on this correction. In follow-up measurements, the compensation might not account for significant changes, although we recommend using correct corneal compensation values when obtaining single or first-time measurements.