Erfahrungsheilkunde 2016; 65(02): 84-89
DOI: 10.1055/s-0042-101400
Wissen
© Karl F. Haug Verlag in MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co. KG

Das Nocebophänomen – Wie ­Kommunikation krank machen kann

Hartmut Schröder
Further Information

Publication History

Publication Date:
20 June 2016 (online)

Zusammenfassung

Das Nocebo gilt als der „böse Bruder“ des Placebos, da es sich um unerwünschte Wirkungen handelt. Eng gefasst meint der Begriff negative Effekte bei Teilnehmern von Arzneimittelstudien, die zur Placebogruppe gehören. Dennoch lassen sich die gleichen Nebenwirkungen beobachten, die vom Ve­rum verursacht werden könnten. Weit gefasst bedeutet Nocebo die Verursachung von Symptomen durch die Erwartung von Symptomen und damit verbundene Gefühlszustände. Noceboeffekte gehören zum klinischen Alltag, sind bislang aber nur wenig erforscht. Zur Vermeidung spielt die Arzt-Patienten-Kommunikation eine entscheidende Rolle.

Abstract

The nocebo is considered to be the “evil brother” of the placebo, since nocebos are unwanted effects. In a narrow sense, this term means negative effects among the participants of drug studies belonging to the placebo group. However, the same adverse effects can be observed, which could be caused by the verum. In a broad sense, nocebo means causing symptoms by the expectation of symptoms and associated emotional states. Nocebo effects are part of the daily clinical practice, but have not been investigated in detail yet. The communication between patient and physician plays an important role in avoiding these effects.