Klin Monbl Augenheilkd 2016; 233(06): 701-707
DOI: 10.1055/s-0042-100626
Klinische Studie
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Keratoconus: The ABCD Grading System

Keratokonus: Das ABCD-System zur Stadieneinteilung
M. W. Belin
1  Ophthalmology & Vision Science, University of Arizona, Marana, Arizona, United States
,
J. K. Duncan
2  Ophthalmolgoy & Vision Science, University of Arizona, Tucson, Arizona, United States
› Author Affiliations
Further Information

Publication History

received 01 October 2015

accepted 07 December 2015

Publication Date:
20 January 2016 (online)

Abstract

Purpose: To propose a new keratoconus classification/staging system that utilises current tomographic data and better reflects the anatomical and functional changes seen in keratoconus.

Method: A previously published normative database was reanalysed to generate both anterior and posterior average radii of curvature (ARC and PRC) taken from a 3.0 mm optical zone centred on the thinnest point of the cornea. Mean and standard deviations were recorded and anterior data were compared to the existing Amsler-Krumeich (AK) Classification. ARC, PRC, thinnest pachymetry and distance visual acuity were then used to construct a keratoconus classification.

Results: 672 eyes of 336 patients were analysed. Anterior and posterior values were 7.65 ± 0.236 mm and 6.26 ± 0.214 mm, respectively, and thinnest pachymetry values were 534.2 ± 30.36 µm. The ARC values were 2.63, 5.47 and 6.44 standard deviations from the mean values of stages 1–3 in the AK classification, respectively. PRC staging uses the same standard deviation gates. The pachymetric values differed by 4.42 and 7.72 standard deviations for stages 2 and 3, respectively.

Conclusion: A new keratoconus staging incorporates anterior and posterior curvature, thinnest pachymetric values, and distance visual acuity and consists of stages 0–4 (5 stages). The proposed system closely matches the existing AK classification stages 1–4 on anterior curvature. As it incorporates posterior curvature and thickness measurements based on the thinnest point, rather than apical measurements, the new staging system better reflects the anatomical changes seen in keratoconus.

Zusammenfassung

Zielsetzung: Es wird hier ein neues Klassifizierungssystem bzw. ein neues System zur Stadieneinteilung bei Keratokonus vorgestellt, das auf aktuellen tomografischen Daten beruht. Das neue Klassifizierungssystem reflektiert die mit der Keratokonus-Erkrankung verbundenen anatomischen und funktionellen Veränderungen der Hornhaut besser.

Methode: Eine bereits zuvor veröffentlichte normative Datenbank wurde erneut analysiert, um Durchschnittswerte für die vorderen und hinteren kornealen Krümmungsradien (Rv und Rh) zu bekommen. Die Messungen wurden in einer 3,0 mm optischen Zone vorgenommen, welche die dünnste Hornhautstelle als Mittelpunkt nahm. Mittelwerte und Standardabweichungen wurden aufgezeichnet, und die neu ermittelten Daten für den vorderen Krümmungsradius wurden mit der bestehenden Klassifikation nach Amsler und Krumeich (AK) verglichen. Rv, Rh, Pachymetrie-Werte für die dünnste Stelle und Sehschärfe im Fernbereich wurden dann verwendet, um ein neues Keratokonus-Klassifikationssystem zu entwickeln.

Ergebnisse: Es wurden 672 Augen von 336 Patienten analysiert. Der Durchschnittswert der vorderen und der hinteren Krümmungsradien war 7,65 ± 0,236 mm bzw. 6,26 ± 0,214 mm, und der dünnste Pachymetrie-Wert war 534,2 bzw. 30,36 µm. Verglichen mit den auf der AK-Klassifizierung basierenden Einteilungsstadien 1–3 wichen die Rv-Werte jeweils um 2,63, 5,47 und 6,44 Standardabweichungen vom Mittelwert ab. Die auf Rh-Werte beruhende Stadieneinteilung verwendet denselben Rahmen für die Standardabweichung. Ein Vergleich der Pachymetrie-Werte ergab eine Standardabweichung von 4,42 bzw. 7,72 für das Stadium 2 bzw. 3.

Fazit: Das neue System zur Stadieneinteilung bezieht die vordere und die hintere Krümmung, die jeweiligen an der dünnsten Stelle gemessenen Pachymetrie-Werte und die Sehschärfe im Fernbereich mit ein, und besteht nunmehr aus den Stadien 0–4 (insgesamt 5 Stadien). Das hier vorgeschlagene System hat große Ähnlichkeit mit den bereits existierenden AK-Klassifizierungsstadien 1–4 für die vordere Krümmung. Weil aber das neue System auch die hintere Krümmung einbezieht und die Messung der Hornhautdicke an der dünnsten Stelle anstatt am Apex durchgeführt wird, trägt das neue System den anatomischen Veränderungen im Keratokonus besser Rechnung.