Zahnmedizin up2date 2016; 10(02): 155-169
DOI: 10.1055/s-0041-107780
Prothetik
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Präparation zur Aufnahme von Vollkronen

Anke Podhorsky
,
Bernd Wöstmann
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Publication Date:
05 April 2016 (online)

Einleitung

Die Präparation eines Zahnes zur Aufnahme einer Krone stellt für den Zahnarzt einen Routinearbeitsschritt dar, der jedoch mit größter Sorgfalt ausgeführt werden muss. Die Reduktion der Zahnhartsubstanz steht am Anfang der Arbeits- und Werkstoffkette und legt somit den Grundstein für das weitere Vorgehen am Patienten und im Labor. Nur auf einer sorgfältig ausgeführten Präparation kann eine Restauration hergestellt werden, die sich harmonisch in die orale Umgebung einfügt (Abb. [1] u. [2]).

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Abb. 1 Zur Aufnahme einer Zirkondioxid-Krone präparierter Zahn 46.
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Abb. 2 Eingesetzte Zirkondioxid-Krone an Zahn 46.

Das Ziel bei der Zahnhartsubstanzreduktion ist das Erreichen einer geometrisch stark vereinfachten und möglichst standardisierten Zahnform, die im Labor wieder zur gewünschten Kontur ergänzt werden kann. Die Formgebung, die der Zahnarzt bei diesem Behandlungsschritt vornimmt, beeinflusst das spätere Ergebnis u. a. in Bezug auf Retentions- und Widerstandsform der Krone, interne Passung der Restauration sowie Randschluss.

Insbesondere Randschlussmängel (Abb. [3] u. [4]) werden für entzündliche Reaktionen am Parodontium (Abb. [5]) verantwortlich gemacht. So berichten z. B. Müller und Pröschel (Abb. [6]) nach ihrer Studie an 368 Sektionspräparaten, dass im Vergleich zwischen Kronen- und Kontrollgruppe parodontal gesunde Kontrollzähne frei von histopathologischen Befunden waren. In der Kronengruppe nahmen die Entzündungen mit Degeneration des Saumepithels, Taschenbildung und Reduktion der alveolären Septen mit steigender horizontaler und vertikaler Überextension des Kronenrands zu [1]. Darüber hinaus konnte gezeigt werden, dass sich die Schwere der marginalen Entzündung proportional zur Größe des Randschlussfehlers einer Restauration verhält [1].

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Abb. 3 Randschlussmangel – Krone erreicht Präparationsgrenze nicht.
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Abb. 4 Randschlussmangel – abstehender Kronenrand.
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Abb. 5 Reaktion des Parodonts auf Randschlussmängel.
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Abb. 6 Kronenrand und marginale Reaktion (nach [1]).

Beleuchtet werden sollen daher im Folgenden die Anforderungen, die an eine Präparation gestellt werden, im Hinblick auf biologische Kriterien, Präparationsgeometrie und technische Rahmenbedingungen.