Handchirurgie Scan 2016; 05(01): 69-81
DOI: 10.1055/s-0041-107103
Fortbildung
Sehnenerkrankungen
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Die Behandlung von Tendovaginosen an der Hand

Anna L. Sander
,
Ingo Marzi
,
Johannes Frank
Further Information

Publication History

Publication Date:
14 March 2016 (online)

Zusammenfassung

Tendovaginosen sind häufige Ursachen für Schmerzen in der Hand und treten vorwiegend an Stellen auf, an denen Sehnen zusammen mit ihren Sehnenscheiden in osteofibrösen Kanälen oder unter fibrösen Bändern hindurchziehen. Zu den führenden Pathologien zählt die Tendovaginosis stenosans, die als Quervain-Form und als Digitus saltans vorkommt. Frauen sind weitaus öfter betroffen als Männer, mit höchster Inzidenz im mittleren Lebensalter, wobei die Pathologie meist an der dominanten Hand auftritt. Die Ätiologie wird kontrovers diskutiert; am ehesten liegt ein Mischbild anatomischer und intrinsischer Faktoren zugrunde. Epidemiologische Begleitumstände wie die Koexistenz von Karpaltunnelsyndrom (KTS), Ringbandstenosen, Tendovaginosis de Quervain, Epikondylitis und subakromialen Bursitiden legen das Vorliegen eines systemischen, rheumatischen Prozesses oder einer Prädisposition nahe.

Die Diagnose ist klinisch zu stellen. Die primäre Behandlung der Wahl ist zumeist ein konservativer Therapieversuch mit kurzfristiger Ruhigstellung in Funktionsstellung und einer flankierenden systemischen antiphlogistischen Therapie, additiv kann eine lokale Kortisoninjektion durchgeführt werden. Bessern sich unter konservativer Therapie die Beschwerden nicht, ist die operative Behandlung indiziert.