Anästhesiol Intensivmed Notfallmed Schmerzther 2015; 50(10): 602-605
DOI: 10.1055/s-0041-106963
Fachwissen
Notfallmedizin
© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Kasuistik: Notarzteinsatz abseits des Alltags – Biss einer Klapperschlange

Case report: Snake bite – an odd case
Bettina Evers
,
Claus-Martin Muth
,
Michael Georgieff
,
Alexander Dinse-Lambracht
Further Information

Publication History

Publication Date:
28 October 2015 (online)

Zusammenfassung

Ein 54-jähriger Mann verständigt den Rettungsdienst, nachdem er von einer Klapperschlange in den Finger gebissen wurde. Es zeigt sich eine bläulich-livide Verfärbung der Einstichstellen und eine Schwellung des rechten Mittelfingers. Die Schwellung dehnt sich rasch auf die gesamte Hand aus und der Biss verursacht starke Schmerzen in der betroffenen Extremität. Der Patient ist kardiopulmonal stabil und hat selbstständig die Giftnotrufzentrale verständigt. Er wird per Hubschrauber in eine Klinik geflogen, die über das entsprechende Schlangenantiserum verfügt.

Abstract

Emergency medical service is called by a 54-year-old man bitten by his rattlesnake. Upon initial survey we find the patient in a cardiopulmonary stable condition. He has bite marks and pain on his rapidly swelling middle finger of his right hand. Our initial treatment is immobilization of the patient. The snake raiser has already called the poison control center in Munich. By the help of this institution we bring him to a hospital having the right antivenom on hand.

Kernaussagen

  • Schlangenbisse sind in Deutschland seltene Notfälle. Der Eigenschutz hat dabei oberste Priorität.

  • Um eine systemische Ausbreitung des Giftes zu vermeiden, soll der Patient beruhigt und v. a. immobilisiert werden.

  • Es sollten keine Manipulationen an der Bissstelle vorgenommen werden.

  • Die Vitalfunktionen des Patienten müssen engmaschig überwacht werden, um Blutungskomplikationen und die Ausbildung eines Schocks so früh wie möglich zu erkennen.

  • Das Gift der Klapperschlangen enthält Toxine, die zu einer Auflösung des Gewebes führen. Um die Giftwirkung zu vermindern, soll der Patient zügig das entsprechende Schlangenantiserum erhalten.

  • Die Verständigung der Giftnotrufzentrale zur optimalen Patientenversorgung ist obligat.

Ergänzendes Material