Anästhesiol Intensivmed Notfallmed Schmerzther 2015; 50(5): 308-314
DOI: 10.1055/s-0041-102056
Fachwissen
Anästhesiologie
© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Anästhesie in der interventionellen Pneumologie – Endoskopische Interventionen: Teil 2

Michael Kern
,
Daniel Niemeyer
,
Thoralf Kerner
,
Sascha Tank
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Publication Date:
27 May 2015 (online)

Zusammenfassung

Der endoskopische Ultraschall hat in Kombination mit der transbronchialen Nadelaspiration einen hohen Stellenwert in der Diagnose von pathologischen Veränderungen der Bronchialwände und tiefer liegenden Strukturen. Patienten mit Hämoptysen, Fisteln oder Fremdkörperaspirationen können endoskopisch therapiert werden, stellen aber für das Behandlungsteam aus Pneumologen und Anästhesisten eine besondere Herausforderung da.

Abstract

Endobronchial ultrasound-guided transbronchial needle aspiration can be used efficiently for pathological diagnosis of bronchial walls and surrounding structures. Patients with hemoptysis, fistulas or foreign-body-aspiration can be treated bronchoscopically, but remain a challenge for the hospital team involved.

Kernaussagen

  • Der endobronchiale Ultraschall (EBUS) ist in Kombination mit der transbronchialen Nadelaspiration (TBNA) eine invasive Technik zur Exploration von Strukturen der Atemwege, des umgebenden Mediastinums und der Lunge.

  • Lungenblutungen sind an sich für den Patienten meist keine akute Gefahr. Eine Gefährdung entsteht dadurch, dass Blut in die nicht betroffenen Lungenareale läuft und die Atemwege blockiert.

  • Bei endobronchialen Hämorrhagien sollte die Indikation zur Intubation eher großzügig gestellt werden.

  • Bei massiven Hämorrhagien aus dem Tracheobronchialsystem müssen die nicht betroffenen Lungenareale mittels Tubus, Doppellumentubus oder Bronchusblocker vor Blutaspiration geschützt werden.

  • Die bronchopleurale Fistel ist eine seltene, aber gefürchtete Komplikation nach Lungenoperationen, da sie mit einer hohen Morbidität und Mortalität verbunden ist.

  • Bei Fisteln ist eine operative Versorgung anzustreben. Ist diese nicht möglich, gibt es verschiedene interventionelle Alternativen.

  • Fremdkörperaspirationen kommen bei Kindern gehäuft bis zum 2. Lebensjahr und bei Erwachsenen jenseits der 6. Lebensdekade vor.

  • Bei Erwachsenen wird die Diagnose „Fremdkörperaspiration“ oft deutlich später gestellt.

  • Erwachsene aspirieren meist in den rechten Hauptbronchus, bei Kleinkindern sind beide Seiten betroffen.

  • Die Bergung von Fremdkörpern erfolgt mittels Bronchoskop über spezielle Zangen oder Körbe, neuerdings auch mittels Kryosonde.

Ergänzendes Material