Geburtshilfe Frauenheilkd 2020; 80(10): e173
DOI: 10.1055/s-0040-1718084
Poster
Mittwoch, 7.10.2020
Konservative Gynäkologie/Übergreifende Themen I

Fortbildung von Kooperationspartnern zur Stärkung der transsektoralen Versorgung am Zentrum Berlin des Deutschen Konsortiums Familiärer Brust- und Eierstockkrebs

T. Pross
1   Charité – Universitätsmedizin Berlin, Klinik für Gynäkologie mit Brustzentrum, Berlin, Deutschland
,
F. Kühn
1   Charité – Universitätsmedizin Berlin, Klinik für Gynäkologie mit Brustzentrum, Berlin, Deutschland
,
M.M. Karsten
1   Charité – Universitätsmedizin Berlin, Klinik für Gynäkologie mit Brustzentrum, Berlin, Deutschland
,
F. Kendel
2   Charité – Universitätsmedizin Berlin, Institut für Geschlechterforschung in der Medizin, Berlin, Deutschland
,
M.A. Feufel
3   Technische Universität Berlin, Institut für Psychologie und Arbeitswissenschaft, Berlin, Deutschland
,
D. Speiser
1   Charité – Universitätsmedizin Berlin, Klinik für Gynäkologie mit Brustzentrum, Berlin, Deutschland
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Zielsetzung Durch den Wissenszuwachs um hereditäre Krebserkrankungen und tiefgreifende Konsequenzen genetischer Analysen hat sich der Informationsbedarf in den letzten Jahren enorm erhöht. Derzeit ist der Zugang zur spezialisierten Versorgung v.a. in ländlichen Regionen wie Brandenburg erschwert. Dem Zentrum für Familiären Brust- und Eierstockkrebs der Charité (FBREK Charité) kommt hier eine besondere Rolle zu. Um leitliniengerechte Versorgung hinsichtlich individueller Risiken, Präventionsmaßnahmen und Therapieoptionen flächendeckend gewährleisten zu können, ist daher die Fortbildung von Kolleg*innen aus diesen unterversorgten Regionen erforderlich.

Methoden Basierend auf inhaltlichen Vorgaben des Deutschen Konsortiums für Familiären Brust- und Eierstockkrebs wurde nach dem Vorbild des Zentrums Familiärer Brust- und Eierstockkrebs der Universitätsklinik Köln ein Fortbildungskurs für Gynäkolog*innen aus DKG-zertifizierten Brust- und Gynäkologischen Tumorzentren der Region konzipiert. Der Kurs besteht aus Vorträgen und praktischen Übungen. Vor und nach der Schulung wurden die Teilnehmer*innen gebeten, einen Fragebogen zur Selbsteinschätzung zu beantworten. Das Training wurde mit einem Multiple-Choice-Wissenstest abgeschlossen.

Ergebnisse Die Selbsteinschätzungen vor und nach der Schulung zeigen einen Zuwachs an Sicherheit hinsichtlich Einschlusskriterien und Erstberatungsinhalten. Verbesserungsbedarf zeigte sich im Wissentest vor allem bezüglich altersspezifischer und Lebenszeitrisiken.

Zusammenfassung Durch den Weiterbildungskurs kann das für eine Erstaufklärung notwendige Wissen erfolgreich vermittelt werden. Durch die Schulung von Kooperationspartnern wird die interdisziplinäre Vernetzung mit dem FBREK-Zentrum der Charité gefestigt und die transsektorale Versorgung gestärkt, so dass mehr Ratsuchende wohnort- und zeitnah aufgeklärt werden können. Damit wird der Zugang zur spezialisierten Versorgung für ländliche Gebiete vereinfacht. Aktuell wird im Deutschen Konsortium Familiärer Brust- und Eierstockkrebs in Kooperation mit der DKG ein deutschlandweit einsetzbares Qualifikationscurriculum für Kooperationspartner entwickelt.



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Article published online:
07 October 2020

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