Geburtshilfe Frauenheilkd 2020; 80(10): e114-e115
DOI: 10.1055/s-0040-1717899
Poster
Mittwoch, 7.10.2020
Pränatal- und Geburtsmedizin I

Vermeidung der Konsequenzen von schwangerschaftsassoziierter Adipositas bei Mutter und Kind – Ein systematisches Review mit Metaanalyse nach strengen modernen Qualitätskriterien

S Behnam
1   Philipps Universität, Marburg, Deutschland
,
B Arabin
2   Clara Angela Foundation, Witten, Deutschland
3   Clara Angela Foundation, Berlin, Deutschland
,
N Timmesfeld
4   Institut für Biometrie und Epidemiologie, Ruhr Universität, Bochum, Deutschland
› Author Affiliations
 

Zielsetzung Ziel dieser Arbeit ist es, Möglichkeiten zur Vermeidung maternaler und fetaler Folgen von Übergewicht darzustellen und gleichzeitig die Qualität von Audit und Registrierung der eingeschlossenen randomisierten kontrollierten Studien zu untersuchen.

Material und Methoden Nach einer systematischen Suche von EMBASE, Pubmed und Cochrane erfolgte eine Auswahl aller randomisierten kontrollierten Studien, bei denen Sport, Diät, eine Kombination oder Verhaltenstherapie in einem Kollektiv von übergewichtigen schwangeren Frauen durchgeführt wurde. Die Bewertung der Qualität erfolgte mittels des Cochrane Risk of bias tools.

In Subgruppenanalysen untersuchten wir, ob Studien VOR ihrer Durchführung international registriert waren und, ob ein Audit der Interventionen stattfand.

Ergebnisse Aus 935 Titeln selektierten wir 24 randomisierte kontrollierte Studien.

Primäre Outcomes Eine signifikante Reduktion der Raten an hypertensiven Schwangerschaftserkrankungen konnte durch Sport erzielt werden: OR 0.52 (95% CI 0.28 - 0.95, n = 4). Keine der untersuchten Interventionen verringerte die Odds für Gestationsdiabetes, neonatale Mortalität oder Verlegung auf die Intensivstation.

Sekundäre Outcomes Eine Reduktion übermäßiger Gewichtszunahme war durch Sport, sowie durch Verhaltenstherapie zu erzielen: OR 0.67 (95% CI 0.48 - 0.94, n=5) und OR 0.44 (95% CI 0.21 - 0.92, n=3). Die Kombination aus Sport und Diät führte zu einer signifikanten Reduktion von Frühgeburten: OR 0.7 (95% CI 0.51 - 0.96, n=4).

Bei der Betrachtung ausschließlich vor Beginn der Rekrutierung registrierter Studien (n=15) blieb keiner der Effekte signifikant.

Zusammenfassung Zum ersten Mal wurden strenge Selektionskriterien bei der Prävention Adipositas-assoziierter Folgen in der Schwangerschaft angewandt. Obwohl insgesamt einige Interventionen positive Ergebnisse zeigten, führte die Auswertung Prä-registrierter Studien zu keinem signifikanten Ergebnis.

Registrierung PROSPERO CRD42018089009



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Article published online:
07 October 2020

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