Z Orthop Unfall 2020; 158(S 01): S261-S262
DOI: 10.1055/s-0040-1717640
Vortrag
DKOU20-1239 Allgemeine Themen->23. Tumorchirurgie

Resektion von Sarkomen und solitären Metastasen der Wirbelsäule mit Beteiligung der Aorta und Vena Cava: Ergebnisse und Management multisegmentaler en bloc Spondyloektomie mit offenem Gefäßersatz

H Fritzsche
*   = präsentierender Autor
1   Uniklinik Dresden, Dresden
,
C Reeps
1   Uniklinik Dresden, Dresden
,
A Disch
1   Uniklinik Dresden, Dresden
,
S Zwingenberger
1   Uniklinik Dresden, Dresden
,
S Ludwig
1   Uniklinik Dresden, Dresden
,
C Hofbauer
1   Uniklinik Dresden, Dresden
,
K-D Schaser
1   Uniklinik Dresden, Dresden
› Author Affiliations
 

Fragestellung: Bei multisegmentale Sarkomen und ausgewählten solitäre Metastasen der Wirbelsäule sind Mehretagen-En bloc-Spondylektomien (mEBS) mit Erweiterung der operativen Zugänge und Resektionsgrenzen notwendig. Außer in Kasuistiken gelten spinale Tumoren mit Ummauerung der großen Gefäße bislang als nicht/sehr schwierig en bloc resektabel und werden

zumeist nur palliativ therapiert. In dieser Fallserie werden die chirurgische Technik und die onkolog. Ergebnisse von Patienten mit mEBS und kombinierter Resektion der supra-/infrarenalen Aorta und/oder Vena cava inf. vorgestellt.

Ziel dieser Arbeit war die Erhebung der mittelfristigen Ergebnisse mEBS in Kombination mit Resektion der Aorta und/oder V.cava

Methodik: Retrospektive Darstellung der onkochirurg. Ergebnisse einer Fallserie von 7 Patienten (4 Sarkome/Chordome; 3 solitäre Metastasen/CUP-Syndrome der thorakolumbalen Wirbelsäule mit Beteiligung der supra- (n = 3) oder infrarenalen (n = 4) Aorta/Vena cava. Alle Patienten erhielten eine neo- und/oder adjuvante Radio- oder Chemotherapie und eine mono- oder mEBS über erweiterte, ventrale thorakoabdominelle (Crawfor-approach)/dorsale Zugänge, gefolgt von einer dorsoventralen Rekonstruktion, Wirbelkörperersatz und einem prothetischen Gefäßersatz.

Ergebnisse und Schlussfolgerung: Das mittlere Follow-up (100%) lag bei 38±51 Monaten (range:2-162 Monate). 4 Patienten sind bislang tumorfrei (NED), 1 Patient lebt mit Lokalrezidiv (AWD) und 2 Patienten sind tumorbedingt verstorben (DOD). Die histolog. Schnittränder waren R0 in allen Patienten mit n = 6 weiten und n = 1 marginalen Resektionen. Bei 2 Patienten kam es nach 9 und 21 Monaten zu einem Lokalrezidiv, an dem 1 Patient 14 Monate postop. verstarb. Schwere Komplikationen erlitten 2 Patienten (n = 1 tiefe Infektion, n = 1 sept. Arrosionsblutung aus der A. hepatica). Andere Komplikationen waren eine

Cage-Dislokation, rezidivierende Wundheilungsstörung und Duraleckagen (Tab.1).

Patienten mit spinalen Tumoren, welche eine mEBS in Kombination mit Resektion der Aorta/V.cava erfordern sind sehr selten und sollten in einem Wirbelsäulenzentrum mit onkolog. Schwerpunkt und zusätzlicher gefäßchirurg. Expertise behandelt werden.

R0-Resektionen mittels mEBS und kombinierter Gefäßresektion sind Voraussetzungen für gute lokale/systemische Tumorkontrolle und einzige Chance für mittel-/langfristiges Überleben dieser Patienten. Die interdisziplinäre Kooperation zwischen Gefäß-, Viszeral- und Wirbelsäulenchirurgie sowie Radioonkologie ist unabdingbare Voraussetzung. Die ohnehin hohe Komplikationsrate steigt mit dem Ausmaß/der Höhe der Gefäßbeteiligung (Debranching der Viszeral-/Nierenarterien). Die mEBS mit Aorta/V.

cava-Resektion und Rekonstruktion unter Verwendung moderner Techniken (ECMO) ist chirurg.-technisch möglich, führt zu akzeptablen onkolog. Ergebnissen, verschiebt die chirurg.-technischen Grenzen und erweitert die Indikationen der kurativen spinalen Onkochirurgie.

Stichwörter: Mehretagen-En bloc-Spondylektomie, spinale Sarkome, solitäre Metastasen der Wirbelsäule, Resektion/Gefäßersatz der Aorta/V.cava



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Article published online:
15 October 2020

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