Senologie - Zeitschrift für Mammadiagnostik und -therapie 2020; 17(02): e48
DOI: 10.1055/s-0040-1710745
Abstracts
Senologie

“Top Surgery” respektive geschlechtsangleichende Brustchirurgie bei Transgendern (Frau-zu-Mann und Mann-zu-Frau) - Operative Techniken und Modifikationen

A Wolter
1  SANA Krankenhaus Düsseldorf, Plastische und Ästhetische Chirurgie, Interdisziplinäres Brustzentrum, Frauengesundheitszentrum (FGZ, ), Düsseldorf, Deutschland
2  Universität Witten Herdecke, Fakultät für Gesundheit, Witten, Deutschland
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B Munder
1  SANA Krankenhaus Düsseldorf, Plastische und Ästhetische Chirurgie, Interdisziplinäres Brustzentrum, Frauengesundheitszentrum (FGZ, ), Düsseldorf, Deutschland
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P Stambera
1  SANA Krankenhaus Düsseldorf, Plastische und Ästhetische Chirurgie, Interdisziplinäres Brustzentrum, Frauengesundheitszentrum (FGZ, ), Düsseldorf, Deutschland
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T Schulz
1  SANA Krankenhaus Düsseldorf, Plastische und Ästhetische Chirurgie, Interdisziplinäres Brustzentrum, Frauengesundheitszentrum (FGZ, ), Düsseldorf, Deutschland
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O Fleischer
1  SANA Krankenhaus Düsseldorf, Plastische und Ästhetische Chirurgie, Interdisziplinäres Brustzentrum, Frauengesundheitszentrum (FGZ, ), Düsseldorf, Deutschland
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M Hagouan
1  SANA Krankenhaus Düsseldorf, Plastische und Ästhetische Chirurgie, Interdisziplinäres Brustzentrum, Frauengesundheitszentrum (FGZ, ), Düsseldorf, Deutschland
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S Fertsch
1  SANA Krankenhaus Düsseldorf, Plastische und Ästhetische Chirurgie, Interdisziplinäres Brustzentrum, Frauengesundheitszentrum (FGZ, ), Düsseldorf, Deutschland
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L Grüter
1  SANA Krankenhaus Düsseldorf, Plastische und Ästhetische Chirurgie, Interdisziplinäres Brustzentrum, Frauengesundheitszentrum (FGZ, ), Düsseldorf, Deutschland
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K Staemmler
1  SANA Krankenhaus Düsseldorf, Plastische und Ästhetische Chirurgie, Interdisziplinäres Brustzentrum, Frauengesundheitszentrum (FGZ, ), Düsseldorf, Deutschland
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B Aufmesser
1  SANA Krankenhaus Düsseldorf, Plastische und Ästhetische Chirurgie, Interdisziplinäres Brustzentrum, Frauengesundheitszentrum (FGZ, ), Düsseldorf, Deutschland
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J Kornetka
1  SANA Krankenhaus Düsseldorf, Plastische und Ästhetische Chirurgie, Interdisziplinäres Brustzentrum, Frauengesundheitszentrum (FGZ, ), Düsseldorf, Deutschland
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M Aldeeri
1  SANA Krankenhaus Düsseldorf, Plastische und Ästhetische Chirurgie, Interdisziplinäres Brustzentrum, Frauengesundheitszentrum (FGZ, ), Düsseldorf, Deutschland
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C Andree
1  SANA Krankenhaus Düsseldorf, Plastische und Ästhetische Chirurgie, Interdisziplinäres Brustzentrum, Frauengesundheitszentrum (FGZ, ), Düsseldorf, Deutschland
› Author Affiliations
 

Die brustangleichende Operation bei Transgendern (Mastektomie/Brustaufbau) ist einer der ersten Schritte der geschlechtsangleichenden Operationen bei Frau-zu-Mann (FzM) und Mann-zu-Frau (MzF)-Transsexuellen. Der Begriff “Top Surgery” stammt aus den USA und spiegelt die zunehmende mediale Präsenz und den hohen Anspruch an das ästhetische Ergebnis wider. Ergebnisse werden seitens der Patienten gegenseitig auf geschützten Internetplattformen rezensiert und erklären den Bedarf einer chirurgischen Leitlinie bzw. Optimierung spezifischer operativer Vorgehensweisen.

In unserer Klinik behandeln wir seit 2015 sowohl FzM- als auch MzF-Transsexuelle in steigender Patientenzahl. Wir möchten im Rahmen dieser Studie sowohl einen Cup-size abhängigen chirurgischen Algorithmus zur Mastektomie als auch neuartige Methoden wie die “interlocking suture” nach Hammond bei geringer Cup-Size (A/B-Cup), Modifikationen traditioneller Verfahrensweisen wie der freien Brustwarzentransplantation mit optimaler Brustwarzen-Platzierung bei größerem Cup-Volumen (> C/D-Cup) sowie die key points eines Brustaufbaus bei MzF-Transsexuellen unter Berücksichtigung der anatomischen Unterschiede Mann/Frau vorstellen.

Seit 2015 operierten wir im Rahmen einer eigenen Sektionsbildung 52 Transgenderpatienten (FzM und MzF) mit stetig wachsender Fallzahl. Die Komplikationsrate mit 9 % bei akuter Nachblutung lag in der Range der in der Literatur zu findenden Ergebnisse. Die sekundäre Korrekturrate mit dog ear Exzisionen, Narbenkorrekturen sowie Implantatkomplikationen lag bei nur 4 % bei insgesamt hoher Patientenzufriedenheit mit dem ästhetischen Ergebnis.

Auf Grund der zunehmend hohen Nachfrage mit stetig wachsender medialer Präsenz gewinnt die Gruppe der Transgenderpatienten zunehmend Bedeutung in der plastischen Chirurgie. Eine Weiterentwicklung chirurgischer Techniken und Etablierung einer chirurgischen S2k-Leitlinie st zukünftig geplant und notwendig. Durch Anwendung der vorgestellten Techniken und stetige Optimierung kann eine hohe Patientenzufriedenheit bei geringer Komplikationsrate erreicht werden.



Publication History

Publication Date:
24 June 2020 (online)

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Stuttgart · New York