Senologie - Zeitschrift für Mammadiagnostik und -therapie 2020; 17(02): e41
DOI: 10.1055/s-0040-1710724
Abstracts
Senologie

Die prophylaktische Hilotherapy® (gradgenaues Thermoheilverfahren) vermeidet die Entwicklung von CIPN; reaktiv, sekundär eingesetzt vermeidet sie das Fortschreiten von CIPN und führt zur Linderung - ein Update

T Schaper
1  Luisenkrankenhaus Düsseldorf, Klinische Studien, Düsseldorf, Deutschland
2  Internationale Senologie Inititative ISI e.V., Selbsthilfe, Düsseldorf, Deutschland
,
M Rezai
3  Europäisches Brustzentrum Dr. Rezai, Düsseldorf, Deutschland
,
B Groß
1  Luisenkrankenhaus Düsseldorf, Klinische Studien, Düsseldorf, Deutschland
,
L Franzmann
1  Luisenkrankenhaus Düsseldorf, Klinische Studien, Düsseldorf, Deutschland
,
G Petruschke
3  Europäisches Brustzentrum Dr. Rezai, Düsseldorf, Deutschland
,
M Darsow
4  Luisenkrankenhaus Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland
› Author Affiliations
 

Zielsetzung Gradgenaue Hilotherapy® verhindert, prophylaktisch eingesetzt Chemotherapie-induzierte-Polyneuropathien (CIPN); reaktiv - sekundär vermeidet es das Fortschreiten der CIPN und lindert bestehende Symptome.

Methodik 168 Brustkrebspatientinnen nutzten das gradgenaue Thermoheilverfahren (Hilotherapy®) zur prophylaktischen Hand-Fuß-Kühlung während der Chemotherapie. Die Extremitäten wurden bei jeder Taxan-haltigen Chemotherapie mit einer Temperatur von 10-12°C gekühlt. Die Kühlung erfolgte 30 Minuten vor bis 60 Minuten nach der Chemotherapie. Nach jeder Chemotherapiebehandlung wurden Symptome der CIPN mittels CTCAE Kriterien erfasst, die Nachhaltigkeit der Wirkung durch FollowUp-Daten erhoben (Patientenkontakte alle 3 Monate).

Gruppe 1 130 Patienten nutzten Hilotherapy® primär-prophylaktisch bei jeder Taxanhaltigen Chemotherapie (pPHT).

Gruppe 2 38 Patienten nutzen die Hilotherapy® reaktiv-sekundär (rsHT). Kühlung der Extremitäten erfolgte nach Auftreten von CIPN.

Ergebnisse

Gruppe pPHT Von 130 Patientinnen mit pPHT entwickleten 121 (93 %) keine oder nur milde Symptome der CIPN (Grad 0-1). 8 Patientinnen (6,1 %) beschrieben Grad 2 Toxizitäten, 1 Patientin Grad 3 (0,8 %). Die Smptome waren reversibel. 4 Monate nach Chemotherapie waren 98 % der Patientinnen ohne CIPN > Grad 1, 1 Patientin (2 %) gab noch intermittierende Grad 2 Symtomatiken an. Langzeitdaten bestätigen Nachhaltigkeit.

Gruppe rsHT Ohne pPHT entwickelten 50 % der Patientinnen Symptome der CIPN Grad 2-3. Mit Nutzung der rsHT konnten Fortschreiten der CIPN gestoppt, bestehende Symptome gelindert werden: Grad 2-3 Toxizitäten konnten von 50 % auf 25 % reduziert werden (Tag der letzten Chemotherapie).

Zusammenfassung Die prophylaktische Hilotherapy® verhinderte bei 93 % der Patientinnen die Entwicklung limitierender Polyneuropathien (> Grad 1). Dosisreduktionen, Intervallverlängerung oder Therapieabbrüche waren nicht notwendig. Ohne pPHT entwickleten 50 % der Patientinnen CIPN.

rsHT stoppte das Fortschreiten und linderte Symptome.



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Publication Date:
24 June 2020 (online)

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