Senologie - Zeitschrift für Mammadiagnostik und -therapie 2020; 17(02): e35
DOI: 10.1055/s-0040-1710666
Abstracts
Senologie

Autoimmune Nebenwirkungen und rasche Remission im Rahmen einer neoadjuvanten Immuntherapie beim triple-negativen Mammakarzinom

J Pasternak
1  Universität Tübingen, Department für Frauengesundheit, Tübingen, Deutschland
,
T Engler
1  Universität Tübingen, Department für Frauengesundheit, Tübingen, Deutschland
,
M Hahn
1  Universität Tübingen, Department für Frauengesundheit, Tübingen, Deutschland
,
EM Grischke
1  Universität Tübingen, Department für Frauengesundheit, Tübingen, Deutschland
,
SY Brucker
1  Universität Tübingen, Department für Frauengesundheit, Tübingen, Deutschland
,
AD Hartkopf
1  Universität Tübingen, Department für Frauengesundheit, Tübingen, Deutschland
› Author Affiliations
 

Hintergrund Checkpointinhibitoren sind mittlerweile zur Immuntherapie des positiven triple-negativen metastasierten Mammakarzinom zugelassen. Auch in der neoadjuvanten Situation führt die Gabe von Pembrolizumab zu signifikant verbesserten pCR-Raten (Keynote-522 Studie).

Fallbericht Die 46-Jährige prämenopausale Patientin stellte sich 07/2018 mit histologisch gesichertem inflammatorischem tripple negativem Mammakarzinom links cT4d cN0 cM0, G3, NST, Ki 67 60 % vor. Daraufhin erfolgte der Einschluss in die NeoImmunoboost-Studie (neoadjuvante Chemotherapie mit nab-Paclitaxel, 125 mg/qm, d1, d8, d15, q22d, in Kombination mit Pembrolizumab, 200 mg, q22d). Nach dem ersten Zyklus der Therapie zeigte sich der Verdacht auf superinfiziertes Serom der Mamma links, allerdings mit sterilem Punktat sowie bildgebend der Verdacht auf einen Tumorprogress. Daraufhin wurde die modifiziert radikale Mastektomie mit axillärer Sentinel-Lymphonodektomie links vorgezogen. Histologisch zeigte sich eine nahezu komplette Regression der invasiven Tumoranteile ypT1mic (0,1mm), ypN0, L0, V0, Pn0, R0 mit einem ausgeprägten dichten, lymphoplasmazellulären Entzündungsinfiltrat und zentraler Nekrose. 09/2018 zeigten sich steigende Transaminasenwerte (GOT bis 1372 U/l, GPT bis 1524 U/L, LDH bis 1000 U/L) bei normwertiger AP und GGT im Rahmen der verzögerter Autoimmunhepatitis. Unter hochdosierter Gabe von Prednisolon normalisierten sich diese wieder. Im Verlauf 10/2018 - 01/2019 wurde die Chemotherapie mit 4 Zyklen Carboplatin/Taxol komplettiert.

Schlussfolgerung Durch die Immuntherapie kann bei einigen Patientinnen eine eher rasche Remission erreicht werden. Als klinische Herausforderungen müssen jedoch die lokale Inflammation, Autoimmunerkrankungen und ein bildgebender Pseudoprogress rechtzeitig erkannt und korrekt interpretiert werden.



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Publication Date:
24 June 2020 (online)

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