Senologie - Zeitschrift für Mammadiagnostik und -therapie 2020; 17(02): e4
DOI: 10.1055/s-0040-1710607
Abstracts
Senologie

Teil- und Ganzbrustbestrahlung beim Mammakarzinom im Frühstadium

J Haussmann
1  Heinrich Heine Universität, Klinik für Strahlentherapie und Radiologische Onkologie, Dusseldorf, Deutschland
,
B Tamaskovics
1  Heinrich Heine Universität, Klinik für Strahlentherapie und Radiologische Onkologie, Dusseldorf, Deutschland
,
W Budach
1  Heinrich Heine Universität, Klinik für Strahlentherapie und Radiologische Onkologie, Dusseldorf, Deutschland
,
E Bölke
2  Universitätsklinikum Düsseldorf, Klinik für Strahlentherapie und radiologische Onkologie, Düsseldorf, Deutschland
,
S Corradini
3  Ludwig Maximilian Universität München, München, Deutschland
,
F-J Djiepmo-Njanang
1  Heinrich Heine Universität, Klinik für Strahlentherapie und Radiologische Onkologie, Dusseldorf, Deutschland
,
C Matuschek
2  Universitätsklinikum Düsseldorf, Klinik für Strahlentherapie und radiologische Onkologie, Düsseldorf, Deutschland
› Author Affiliations
 

Einleitung In mehreren randomisierten Studien wurde die partielle Brustbestrahlung (PBI) im Vergleich zur gesamten Brustbestrahlung (WBI) getestet mit dem Ziel die Wertigkeit der PBI darzustellen.

Patienten und Methodik Wir führten eine systematische Literaturrecherche durch, um randomisierte Studien zu identifizieren, in denen WBI und PBI beim frühen Mammakarzinom verglichen wurden. Die Meta-Analyse wurde unter Verwendung der veröffentlichten Ereignisraten und der Effektschätzer u.a. für das Lokalrezidiv (IBTR), das Gesamtüberleben (OS), das brustkrebsspezifische- und das nicht-brustkrebsspezifische Überleben (nBCSS) durchgeführt. Wir untersuchten auch den Einfluss der PBI-Techniken für IBTR und OS sowie das Auftreten von Nebenwirkungen einschließlich der kosmetischer Ergebnisse. Die statistische Analyse wurde mit MetaXL 5.3 unter Verwendung des inversen Varianz-Heterogenitätsmodells durchgeführt.

Ergebnisse Wir identifizierten 11 Studien (n = 15555 Patienten), in denen Patienten zwischen PBI und WBI randomisiert behandelt wurden. Die IBTR unterschied sich zwischen den Gruppen nicht signifikant (HR = 1,26; CI95 %: 0,92-1,72; p = 0,156). Eine höhere IBTR-Rate war abhängig von der PBI-Technik und der Lokalisierung des Rezidivs in der Brust. Darüber hinaus zeigten sich keine Unterschiede im OS (HR = 1,01; CI95 %: 0,89-1,14; p = 0,874), BCSS (OR = 1,08; CI95 %: 0,64-1,37; p = 0,550) und nBCSS (OR = 0,98; CI95 %: 0,82-1,18; p = 0,842). Die akuten Nebenwirkungen zeigten sich durch die PBI reduziert, wohingegen die späten Nebenwirkungen sich nicht unterschieden. Die Verwendung von akzelerierten PBI-Konzepten verschlechterte signifikant das kosmetisches Ergebnis.

Schlussfolgerung Die PBI ist eine therapeutische Alternative für selektierte Patientinnen. Der Nutzen der WBI liegt in der Reduktion von ipsilateralen Rezidiven außerhalb des Tumorbetts sowie regionärer Rezidive.



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Publication Date:
24 June 2020 (online)

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