Nuklearmedizin 2020; 59(02): 193
DOI: 10.1055/s-0040-1708424
MTRA-Beiträge
MTRA-Vorträge I
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Ga-68-FAPI PET/CT: Ein Überblick zum Tracer-Uptake bei 28 unterschiedlichen Tumorentitäten

A Lesikov
1  Universitätsklinikum Heidelberg, Nuklearmedizin, Heidelberg
,
D Borchardt
1  Universitätsklinikum Heidelberg, Nuklearmedizin, Heidelberg
,
C Kratochwil
1  Universitätsklinikum Heidelberg, Nuklearmedizin, Heidelberg
,
P Flechsig
1  Universitätsklinikum Heidelberg, Nuklearmedizin, Heidelberg
,
T Lindner
2  Universitätsklinikum Heidelberg, Wissenschaftliches Labor, Radiopharmazie, Heidelberg
,
L Abderrahim
1  Universitätsklinikum Heidelberg, Nuklearmedizin, Heidelberg
,
A Altmann
3  Deutsches Krebsforschungszentrum DKFZ, Heidelberg
,
W Mier
2  Universitätsklinikum Heidelberg, Wissenschaftliches Labor, Radiopharmazie, Heidelberg
,
S Adeberg
4  Universitätsklinikum Heidelberg, Radioonkologie, Strahlentherapie, Heidelberg
,
H Rathke
1  Universitätsklinikum Heidelberg, Nuklearmedizin, Heidelberg
,
M Röhrich
1  Universitätsklinikum Heidelberg, Nuklearmedizin, Heidelberg
,
H Winter
3  Deutsches Krebsforschungszentrum DKFZ, Heidelberg
,
P Plinkert
5  Universitätsklinikum Heidelberg, Heidelberg
,
F Marme
6  Heidelberg
,
M Lang
5  Universitätsklinikum Heidelberg, Heidelberg
,
HU Kauczor
5  Universitätsklinikum Heidelberg, Heidelberg
,
D Jäger
7  Nationales Centrum für Tumorerkrankungen NCT, Heidelberg
,
J Debus
4  Universitätsklinikum Heidelberg, Radioonkologie, Strahlentherapie, Heidelberg
,
U Haberkorn
1  Universitätsklinikum Heidelberg, Nuklearmedizin, Heidelberg
,
FL Giesel
1  Universitätsklinikum Heidelberg, Nuklearmedizin, Heidelberg
› Author Affiliations
Further Information

Publication History

Publication Date:
08 April 2020 (online)

 

Ziel/Aim Die jüngste Entwicklung von Chinolin-basierten PET-Tracern, die als Fibroblasten-Aktivierungsprotein-Inhibitoren (FAPIs) wirken, zeigte vielversprechende präklinische und klinische Ergebnisse. FAP wird von krebsassoziierten Fibroblasten mehrerer Tumorentitäten überexprimiert. In dieser Studie wird die Tumoraufnahme von Ga-68-FAPI PET/CT verschiedener primärer und metastatischer Tumoren quantifiziert, um die vielversprechendsten Indikationen für die zukünftige Anwendung zu identifizieren.

Methodik/Methods Ga-68-FAPI-PET/CT-Scans wurden von verschiedenen überweisenden Ärzten nach individuellen klinischen Indikationen angefordert, die von F-18-FDG-PET/CT oder anderen bildgebenden Verfahren als unzureichend abgedeckt angesehen wurden. Alle PET/CT-Untersuchungen wurden 1 h nach Injektion von 122-312 MBq Ga-68-FAPI-04 durchgeführt. Retrospektiv identifizierten wir 80 Patienten mit histopathologisch nachgewiesenen Primärtumoren oder Metastasen, sowie radiologisch eindeutigen metastatischen Läsionen von histologisch nachgewiesenen Primärtumoren.

Ergebnisse/Results Es wurden 80 Patienten mit 28 verschiedenen Tumorentitäten (54 Primärtumoren und 229 Metastasen) bewertet. Der höchste durchschnittliche SUVmax (> 12) wurde bei Sarkom, Cholangiokarzinom, Ösophagus-, Brust- und Lungenkrebs festgestellt. Die niedrigste Ga-68-FAPI-Aufnahme (durchschnittlicher SUVmax <6) wurde bei Phäochromozytom, Nierenzellkrebs, differenziertem Schilddrüsen-, Adenoidzysten- und Magenkrebs beobachtet. Der durchschnittliche SUVmax von Leber-, Dickdarm-, Kopf-Hals-, Eierstock-, Bauchspeicheldrüsen- und Prostatakrebs war mäßig (SUV 6-12). Aufgrund des geringen Backgrounds im Muskel- und Bloodpool (SUVmax <2) waren die Kontrastverhältnisse von Tumor zu Hintergrund in der mäßiggradigen Gruppe mehr als dreifach und in der hochgradigen Uptakegruppe mehr als sechsfach höher.

Schlussfolgerungen/Conclusions Mehrere häufig auftretende Krebserkrankungen traten bei Ga-68-FAPI PET/CT mit bemerkenswert hoher Aufnahme und hohem Bildkontrast auf. Die hohe und eher selektive Tumoraufnahme kann neue Anwendungen für die nichtinvasive Tumorcharakterisierung, die Durchführung von Untersuchungen oder die Therapie eröffnen.