Rofo 2020; 192(S 01): S28
DOI: 10.1055/s-0040-1703191
Vortrag (Wissenschaft)
Herzdiagnostik/Gefäßdiagnostik
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Extrazelluläres Volumen und Infarktgröße sagen die Entstehung von links ventrikulärem Remodeling innerhalb der ersten 6 Monate nach einem akuten Myokardinfarkt vorhercts

E Tahir
1  Universitätsklinikum Eppendorf-Hamburg, Klinik und Poliklinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Nuklearmedizin, Hamburg
,
M Sinn
1  Universitätsklinikum Eppendorf-Hamburg, Klinik und Poliklinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Nuklearmedizin, Hamburg
,
J Starekova
1  Universitätsklinikum Eppendorf-Hamburg, Klinik und Poliklinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Nuklearmedizin, Hamburg
,
S Bohnen
2  Universitätsklinikum Eppendorf-Hamburg, Allgemeine und Interventionelle Kardiologie, Hamburg
,
K Müllerleile
2  Universitätsklinikum Eppendorf-Hamburg, Allgemeine und Interventionelle Kardiologie, Hamburg
,
M Avanesov
1  Universitätsklinikum Eppendorf-Hamburg, Klinik und Poliklinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Nuklearmedizin, Hamburg
,
U Radunski
2  Universitätsklinikum Eppendorf-Hamburg, Allgemeine und Interventionelle Kardiologie, Hamburg
,
C Stehning
3  Philips, Philips Research, Hamburg
,
G Adam
1  Universitätsklinikum Eppendorf-Hamburg, Klinik und Poliklinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Nuklearmedizin, Hamburg
,
G Lund
1  Universitätsklinikum Eppendorf-Hamburg, Klinik und Poliklinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Nuklearmedizin, Hamburg
› Author Affiliations
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Publication History

Publication Date:
21 April 2020 (online)

 

Zielsetzung Die Gewebecharakterisierung mittels T1- und T2-Mapping kann wichtige Informationen zur Vorhersage des links ventrikulären (LV) Remodeling nach akutem Myokardinfarkt (AMI) liefern. In dieser Studie wurde das myokardiale Mapping mit Standard-Kardio-MRT (CMR) zur Vorhersage des Remodeling verglichen.

Material und Methoden 74 Patienten wurden 8 ±5 Tage nach AMI mittels CMR (1,5 T, Achieva), Sequenzen: T2w STIR, T2-, T1-Mapping und Late-Gadolinium-Enhancement (LGE). Das LV-Remodeling wurde mittels Cine-SSFP-Aufnahmen zum Zeitpunkt des Infarktgeschehens (baseline) und 6 Monate danach (follow-up) ermittelt. Die parametrische Bildgebung des LV erfolgte in der kurzen Achse und in Enddiastole. Die myokardialen T2-Relaxationszeiten wurden mittels einer Multiecho-Sequenz und die T1-Relaxationszeiten mit der MOLLI-Sequenz vor und nach Applikation von Kontrastmittel bestimmt. T2-, T1- und Extrazellulär Volumen (ECV)-Karten wurden mit einem Plug-in für OsiriX (Pixmeo) generiert. Das LGE wurde als Referenz zur Erkennung von infarziertem Myokard benutzt.

Ergebnisse Ein LV-Remodeling konnte in insgesamt 11 Patienten (15%) nach AMI nachgewiesen werden. Das ECV (AUC 0,843) und Infarktgröße (AUC 0,806) hatten den besten prädiktiven Wert zur Remodeling-Vorhersage. Die Infarktgröße war signifikant besser als natives T1 (AUC 0,549, P<0,05). AUCs Die T2 Relaxationszeiten und Ödemgröße zeigten von 0,768 und 0,743. Der optimale Cut-off für ECV erreichte eine Sensitivität von 86% und Spezifität von 85%. Der optimale Cut-off von ≥17.2% LV für die Infarktgröße resultierte in einer Sensitivität von 82% und Spezifität von 76%. Die optimalen Cut-offs für die anderen CMR-Parameter waren: Ödemgröße ≥27% LV, ≥1236 ms für natives T1 and ≥ 88 ms für T2.

Schlußfolgerungen ECV und Infarktgröße sind die besten Prädiktoren eines Remodelings nach AMI innerhalb der ersten 6 Monate. Diese Erkenntnisse könnten die frühzeitige Stratifizierung hinsichtlich eines LV-Remodeling-Risikos ermöglichen, so dass eine zeitige Anti-Remodeling-Therapie angefangen werden kann.